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Kommentar Corona-Apps müssen Klarheit statt Verwirrung schaffen

Viele Anbieter wollen eine App zur Eindämmung der Corona-Pandemie bereitstellen. Diese müssen transparent, freiwillig und verhältnismäßig sein.
14.04.2020 - 15:59 Uhr Kommentieren
Apps können helfen, Infektionsketten nachzuvollziehen. Quelle: Imago
Tracking-App

Apps können helfen, Infektionsketten nachzuvollziehen.

(Foto: Imago)

Das Feld an digitalen Ansätzen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird immer unübersichtlicher. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat eine App veröffentlicht, bald folgt die zweite, Google und Apple arbeiten an einer Schnittstelle, und Dutzende Staaten und Start-ups haben eigene Lösungen.

Die Lage ist unübersichtlich. Deshalb ist es umso wichtiger, dass es eine klare Linie im Einsatz von digitalen Konzepten gibt. Apps können helfen, Infektionsketten nachzuvollziehen. Dazu müssen drei Kriterien erfüllt sein.

Erstens muss die Nutzung der Apps freiwillig sein. Manche Politiker haben bereits eine Pflicht zu ihrem Einsatz gefordert. Der Ansatz ist nicht nur falsch, sondern gefährlich. Die Apps funktionieren nur, wenn Menschen ihre Smartphones mit den aktivierten Programmen ständig mit sich führen. Kommt ein Zwang zur App, würden einfach viele Menschen ihre Geräte zu Hause lassen oder in eine Ecke legen, um das Tracking zu verhindern.

Zweitens müssen die Apps transparent funktionieren. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass ihr Quellcode offengelegt werden muss. Die vom RKI zusammen mit dem Start-up Thryve veröffentlichte App wertet Daten von Fitnessarmbändern und anderen Trackern aus. Aber den Quellcode hält das Start-up geheim. Das geht nicht. Das RKI hätte das Offenlegen zur Bedingung machen müssen, damit nachvollzogen werden kann, wie die App arbeitet und ob der Umgang mit Daten wirklich sicher ist.

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    Drittens müssen die Apps verhältnismäßig sein. Nur Daten, die wirklich nötig sind, sollten erhoben werden. Für das Aufdecken von Infektionsketten ist nicht wichtig, wo sich eine Person aufhält, sondern nur, mit wem sie engen Kontakt hatte. Trotzdem fordern manche, auch GPS-Bewegungsdaten zu erheben.

    Grundsätzlich aber gilt: Apps sind eines der Instrumente, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Doch sie können nur helfen, wenn sie richtig eingesetzt werden.

    Mehr: Leopoldina-Empfehlungen zum Datenschutz stoßen auf Kritik.

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