Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Corona-Bekämpfung in den USA: Jetzt ist Donald Trump am Zug

Die überraschende Zinssenkung der US-Notenbank ist verpufft. Jetzt muss die Regierung eingreifen und Bürger und Unternehmen unterstützen.
04.03.2020 - 00:15 Uhr 1 Kommentar
US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz zum Coronavirus Ende Februar: Er ernannte mit seinem Vizepräsidenten Mike Pence (mitte links) einen Nicht-Mediziner zum obersten Bekämpfer des Coronavirus. Quelle: Reuters
USA

US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz zum Coronavirus Ende Februar: Er ernannte mit seinem Vizepräsidenten Mike Pence (mitte links) einen Nicht-Mediziner zum obersten Bekämpfer des Coronavirus.

(Foto: Reuters)

Jerome Powell, der Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), kann es keinem recht machen. „Die Fed kann das Corona-Virus nicht bekämpfen“, poltern die einen. Die überraschende Zinssenkung vom Dienstag sei daher unnötig gewesen. Die anderen dagegen monieren: „Die Fed hätte die Zinsen noch deutlicher senken müssen.“

Die Notenbank befindet sich wieder einmal in einer schwierigen Situation. Fakt ist: Die außerplanmäßige Zinssenkung hat ihren Effekt zumindest am Dienstag verfehlt. Die Aktienmärkte schossen kurz nach oben, drehten dann jedoch wieder deutlich ins Minus.

Doch Fakt ist auch: Die Fed hat auf das Corona-Virus reagiert und damit getan, was in ihrer Macht steht. „Eine Zinssenkung wird das Virus natürlich nicht heilen und auch die Lieferketten nicht wieder herstellen, aber sie hilft dabei, das Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen zu stärken“, stellte Powell klar.

Nun ist eindeutig die US-Regierung am Zug. Sie hätte längst die Labore des Landes mit ausreichend Test-Kits ausstatten müssen. Und das ist nur der erste Schritt. Das hochansteckende Coronavirus deckt eine sensible Schwachstelle in der US-Wirtschaft auf: Die Gesundheitsversorgung für die meisten Amerikaner ist deutlich schlechter und deutlich teurer als in Europa.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    27 Millionen Menschen haben keine Krankenversicherung. Seitdem Präsident Donald Trump die Gesundheitsreform seines Vorgängers ausgehöhlt und nicht ersetzt hat, ist die Zahl der Unversicherten wieder gestiegen. Und selbst wer eine Krankenversicherung hat, muss oft damit rechnen, dass sie teure Behandlungen und Untersuchungen nicht oder nur zu einem Bruchteil bezahlt. Dabei wäre es gerade jetzt wichtig, dass Leute zum Arzt gehen und sich bei Bedarf testen lassen.

    Qualität der Jobs ist nicht besonders gut

    Hinzu kommt eine weitere Schwäche: Die Wirtschaft in den USA ist zwar stärker gewachsen als die in Europa, wie Trump Anfang des Jahres noch überschwänglich beim Weltwirtschaftstreffen in Davos berichtet hat. Doch die Qualität vieler Jobs ist nicht besonders gut, sie kommen – wenn überhaupt – nur mit dürftigen Krankenversicherungen.

    In den USA, wo es keine gesetzliche Krankenversicherung gibt und viele Angestellte über ihren Arbeitgeber versichert sind, sind fünf Tage Lohnfortzahlung im Krankheitsfall Standard. Wer länger ausfällt, bekommt kein Gehalt oder verliert gleich seinen Job.

    Die „Gig Economy“, in der Uber- und Lyft-Fahrer genauso gezählt werden wie die Mitarbeiter der Lieferdienste um Grubhub und Instacart, bietet ihren Mitarbeitern gar keine Krankenversicherung. Das heißt, der Verdienstausfall trifft bei einer längeren Krankheit, wie einem Grippevirus, sofort.

    Die US-Regierung sollte daher dringend auch Notfall-Programme für eine ganze Reihe von Gruppen bereitstellen, ähnlich wie es auch nach Naturkatastrophen wie Hurrikans oder Waldbränden möglich ist. Finanzminister Steven Mnuchin stellte am Dienstag einen Fonds für kleine und mittelständische Unternehmen in Aussicht. Auch über finanzielle Hilfen für Unversicherte wird diskutiert. Das ist gut, doch es darf nicht zu lange dauern.

    Die Regierung unter Trump hat immer wieder wichtige Programme gekürzt – darunter auch die Finanzierung für das Zentrum für Seuchenkontrolle, das nun besonders gefragt ist. Doch jetzt ist nicht die Zeit, geizig zu sein. Die Regierung muss zeigen, dass sie die Bevölkerung unterstützt.

    Sollte das nicht gelingen, könnte das auch politische Konsequenzen haben. Die Bewerber um die demokratische Präsidentschaftskandidatur, Bernie Sanders und Elizabeth Warren, die links der Mitte auf Stimmenfang sind, fordern längst mehr staatliche Unterstützung für Geringverdiener und die Mittelschicht. Sie könnten nun besonders viel Gehör finden.

    Mehr: In Deutschland will Wirtschaftsminister Peter Altmaier die Liquiditätsspielräume von Firmen sicherstellen.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Corona-Bekämpfung in den USA: Jetzt ist Donald Trump am Zug
    1 Kommentar zu "Kommentar: Corona-Bekämpfung in den USA: Jetzt ist Donald Trump am Zug"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Corona-Virus - Jetzt ist Donald Trump am Zug.
      Ja, die Regierung trägt für die Versorgung und den medizinischen Schutz die Verantwortung.
      Wenn aber die Kommentarin so weit in die Welt blickt um schlechte Versorgung in den USA zu entdecken, so frage ich immer mit welchem Ziel so etwas geschieht. Soll hier von eigenen Versagen abgelenkt werden?
      Sind wir in Deutschland da etwas besser?? Das Gegenstück zu Trump in Deutschland ist Fr. Merkel. Was haben wir von ihr zum Corona-Virus und dessen Bekämpfung seit dem Ausbruch und den ersten Fällen bezüglich Maßnahmen gehört?? Nichts, rein gar nichts.
      Stehen wir mit den Schutzmaßnahmen besser da? Nein. Wir haben noch im Februar 8,6 Tonnen an Materialien (Schutzmasken, Desinfektion usw.) ans Ausland/China verkauft, die uns jetzt fehlen. Kliniken bemängeln jetzt schon fehlende Schutzausrüstung, sowie keine Möglichkeit ausgehende Schutzmasken, Desinfektion usw. nach zu bestellen.
      Sozial mögen wir besser aufgestellt sein, aber belastet wird in Deutschland wie in den USA massiv die Wirtschaft. Wir können ohne Impfstoff nur auf ein frühes und warmes Frühjahr hoffen was lt. Virologen den Virus wenigstens bis zum Herbst/Winter ruhig stellt, um zu hoffen, dass wir bis dahin medizinisch weiter sind und evtl. einen Impfstoff haben.
      Der Klimawandel mit der Erderwärmung hat doch auch seine guten Seiten, er rettet Menschenleben. Aber wie wussten es unsere Großmütter bereits, alles hat zwei Seiten, eine Gute und Schlechte. Jetzt hilft uns evtl. die Gute Seite. Übrigens der Fakt warmes Wetter dämpt den Virus ein ist von Virologen belegt.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%