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Kommentar Corona verändert das Verhalten der Anleger

Seit der Coronakrise beschäftigen sich die Deutschen verstärkt mit ihrer privaten Geldanlage. Das ist eine Chance für fundiertere Entscheidungen.
13.08.2020 - 04:00 Uhr 1 Kommentar
Anleger wollen in der Coronakrise stärker auf Sicherheit achten. Quelle: dpa
Handelssaal der Frankfurter Börse

Anleger wollen in der Coronakrise stärker auf Sicherheit achten.

(Foto: dpa)

Die Coronakrise verändert das Verhalten der Anleger in Deutschland. Das ergab eine repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts Puls im Auftrag von Quirion, einem Robo-Advisor, der zur Quirin Privatbank gehört. Die Marktforscher befragten dafür knapp 2200 Anleger im Alter zwischen 16 und 75 Jahren, und das zwei Mal: erst kurz vor Ausbruch der Pandemie im November 2019, dann erneut im Juni.

So werden jene Veränderungen sichtbar, die unmittelbar mit dem Virus einhergehen: Gefragt, wie sich ihr Finanzverhalten durch Corona geändert habe, antworteten 61 Prozent, bei der Geldanlage jetzt stärker auf Sicherheit zu achten. 45 Prozent erklärten, dass Edelmetalle für sie als Geldanlage interessanter geworden seien, und 41 Prozent planen, zukünftig die eigenen Ausgaben zu senken.

Die Ergebnisse sind wenig überraschend, wo doch – laut „Statista-Covid-19-Barometer“ – knapp ein Drittel der Deutschen durch die Pandemie bereits Einkommensverluste erlitt, besonders Geringverdiener trifft die Krise hart.

Was noch schlimmer ist: Die Befragten wollen gerne mehr sparen, können aber gleichzeitig weniger Geld zur Seite legen. Noch im November lag die durchschnittliche Sparrate bei 616 Euro im Monat, im Juni waren es nur noch 391 Euro. Die Zahl derer, die gar kein Geld zur Seite legen, stieg von 11,5 auf 18,1 Prozent.

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    So beunruhigend diese Werte auf den ersten Blick sind – sie zeigen auch Chancen auf. So stieg in der Gesamtbevölkerung der Anteil derer, die jeden Monat eine feste Summe sparen. Gleichzeitig werden jene Anleger weniger, die Geld-Entscheidungen „spontan und aus dem Bauch heraus“ treffen.

    Diese Entwicklung bedeutet: Die Krise zwingt die Menschen, sich mit ihren Finanzen auseinanderzusetzen, Entscheidungen über die Geldanlage können so eigenständiger und besser informiert getroffen werden. 36 Prozent der Befragten sagen, sie beschäftigen sich seit Ausbruch der Pandemie verstärkt mit der eigenen Geldanlage.

    Corona wird die Geldanlage nachhaltig verändern

    Auch Konrad Weßner findet das gut. Er ist Geschäftsführer des Unternehmens, das die Daten ausgewertet hat. Man beschäftige sich in Deutschland nun mehr mit der Geldanlage, und das verstärkt digital, sagt er: „Das hat man in der Coronazeit gelernt.“ Er nimmt an, dass das „New Normal“ die Geldanlage daher nachhaltig verändern wird.

    Wir sollten die Liste der Dinge, die wir aus der Pandemie lernen, also erweitern: Neben der neuen Akzeptanz des Homeoffice und der Erkenntnis, dass auch klimafreundlicher Urlaub in Deutschland Spaß macht, sollten wir unsere neuen Finanzkenntnisse hinzufügen. Damit Anleger nicht auf sich allein gestellt sind, braucht es aber einen langfristigen Plan. Besonders Politik und Unternehmen sind hier gefragt, die entsprechende Unterstützung zu liefern.

    Der englische Begriff „Financial Literacy“, zu Deutsch etwa „Finanz-Alphabetismus“, bringt diesen Gedanken auf den Punkt: Wer lernen will, muss Eigeninitiative und Motivation mitbringen. Er braucht aber auch Lehrer.

    Mehr: Serie – Investieren in der Nullzinswelt: An Aktien führt kein Weg vorbei

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Corona verändert das Verhalten der Anleger "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Erstaunlich wozu Corona alles gut ist und ich dachte schon, das wird niemals etwas. Welche Aussichten, der deutsche Michel kein Aktienmuffel mehr ?

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