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Kommentar Daimler kann bei der Steigerung des Börsenwerts Vorbild für VW sein

Die Wolfsburger blicken neidisch auf Toyota und Tesla und wollen ihre Marktkapitalisierung verdoppeln. Hilfreicher wäre aber ein Blick nach Stuttgart.
09.02.2021 - 18:19 Uhr 2 Kommentare
Die einzelnen Teile des Unternehmens sind in der Summe viel wertvoller als unter einem einheitlichen Konzerndach. Quelle: dpa
VW-Konzernzentrale in Wolfsburg

Die einzelnen Teile des Unternehmens sind in der Summe viel wertvoller als unter einem einheitlichen Konzerndach.

(Foto: dpa)

Herbert Diess hat viel versprochen. In diesem Jahrzehnt soll Volkswagen auf eine Marktkapitalisierung in Höhe von 200 Milliarden Euro kommen und damit ungefähr das Niveau des japanischen Konkurrenten Toyota erreichen. Doch viel Schwung ist bislang nicht in VWs Börsenbewegung gekommen, der Wolfsburger Konzern bleibt aktuell bei gut 80 Milliarden Euro stehen.

Wie sich der Börsenwert schnell und sehr deutlich steigern lässt, zeigt Daimler. Nachdem der Stuttgarter Konzern in der vergangenen Woche die Abspaltung der Lkw-Sparte angekündigt hatte, ist die Marktkapitalisierung um 13 Prozent auf 70 Milliarden Euro angestiegen.

Daimler hat das vorgemacht, von dem Volkswagen bislang immer nur erzählt. Mit der Ausgliederung der Lastwagen hebt der Stuttgarter Fahrzeugkonzern den Konglomeratsabschlag auf und hebt damit versteckte Börsenwerte. Eigenständig sind die verschiedenen Daimler-Teile in der Summe viel mehr wert als unter einem gemeinsamen Konzerndach.

Bei Volkswagen ist hingegen Zaudern und Zögern angesagt. Die Wolfsburger haben es zwar geschafft, die Lastwagen unter dem Namen Traton in einer eigenen Sparte zusammenzufassen. Doch statt wie Daimler eine großen Schritt in Richtung Börse zu wagen, werden seit Mitte 2019 gerade einmal zehn Prozent der Traton-Aktien in Frankfurt und Stockholm gehandelt.

Der VW-Konzern wollte die Lkw-Sparte nicht in die vollständige Freiheit entlassen. Nun dürfen sich die Wolfsburger Strategen nicht wundern, wenn es mit der eigenen Marktkapitalisierung nicht richtig vorangeht.

Nichts außer Ankündigungen

Der Umgang mit Traton ist typisch für Volkswagen. Dort, wo sich Chancen bieten, werden sie nicht genutzt. Auch der Großmotorenhersteller MAN Energy Solutions sollte eigentlich aus dem VW-Konzern herausgelöst werden. Doch aus der Ankündigung ist nichts geworden, zunächst bleibt alles beim Alten.

Die Liste lässt sich fast beliebig fortsetzen. Volkswagen ist weder auf die Marke Lamborghini noch auf Ducati angewiesen. Deshalb wurden in Wolfsburg völlig zu Recht Überlegungen angestellt, die beiden italienischen Töchter abzugeben. Doch nach Interventionen der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch sowie des mächtigen Betriebsrats steht eine Trennung nicht mehr auf der Agenda.

Vor wenigen Wochen hat Konzernchef Diess darüber geklagt, dass der US-Konkurrent Tesla aufgrund seiner gewaltigen Börsenbewertung im Vergleich zu Volkswagen sehr viel einfachere Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung besitzt. Tesla könne große Investitionsvorhaben ziemlich einfach finanzieren.

Herbert Diess liegt völlig richtig damit. Doch Klagen hilft nicht weiter, der Blick nach Stuttgart lohnt eher.

Mehr: Källenius bricht Konglomerat auf: Aus Daimler wird wieder Mercedes-Benz, Truck-Sparte geht an die Börse.

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  • Der zweite Weg

    Gelenkt wird der VW Konzern von den Eigentümern der VW Stammaktien, die auch 61% der Marktkapitalisierung einnehmen. 90,3% dieser Aktien sind in den Händen von Porsche SE 53,3%, NRW 20% und Qatar 17%.
    Der offizielle „Streubesitz“ von 9,7% befindet sich logischerweise zum größten Teil in Depots langfristiger Investoren, die hier unterhalb der 3% Meldeschwelle bleiben und nicht aufscheinen.
    Geschätzt sind etwa ein bis zwei Prozent der VW Stammaktien in „echtem“ Streubesitz. Bei dieser Konstellation wäre es für manche Investoren sehr einfach, die Marktkapitalisierung anzuheben.

  • Daimler als Vorbild würde bedeuten, seit Dekaden stagnierender Aktienkurs. Da gibt es sicher bessere.

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