Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Daimler sollte seine Fertigungstiefe überdenken

Der Konzern baut seine Elektro-Antriebe selbst. Das ist eine gute Nachricht für die Beschäftigen. Doch an anderer Stelle muss die Fertigungstiefe sinken.
12.12.2019 - 18:34 Uhr 1 Kommentar
Daimler baut seine Elektro-Antriebe künftig auch in Stuttgart. Quelle: Daimler AG
Mercedes-Benz EQC

Daimler baut seine Elektro-Antriebe künftig auch in Stuttgart.

(Foto: Daimler AG)

Daimler erlebt schwere Zeiten. Die Rendite des Mercedes-Herstellers zerbröselt, die Kosten explodieren, die Aussichten sind mau. Konzernchef Ola Källenius versucht, das Schlimmste zu verhindern, streicht mehr als 10.000 Stellen und trimmt den Autokoloss mit seinen 300.000 Mitarbeitern weltweit auf Effizienz.

Angesichts dieser Gemengelage mag es verwundern, dass Daimler sich nun dazu entschieden hat, wichtige Teile des elektrischen Antriebsstrangs (eATS) für seine Strommodelle ab 2024 selbst im Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim herzustellen. Schließlich dürften Zulieferer wie ZF Komponenten wie Elektromotor, Leistungselektronik, Steuerungssoftware oder kleine Getriebe auf Dauer deutlich günstiger produzieren können. Dennoch ist die Entscheidung „machen“ statt „kaufen“ in diesem Fall richtig.

Daimler steht in der Pflicht, für eine Ersatzwertschöpfung im Elektrozeitalter zu sorgen. Der Konzern gewährt seinen deutschen Beschäftigten eine Jobgarantie bis Ende 2029. Diese generöse Zusage muss mit genügend Auslastung hinterlegt werden, denn die Volumen beim Verbrenner werden bald einbrechen.

Batterien und E-Antriebe zu montieren schafft hier etwas Abhilfe. Gleichzeitig darf die Jobgarantie nicht heißen, dass die Anzahl der Mitarbeiter in Untertürkheim mitsamt Zentrale und Motorenwerk dauerhaft bei mehr als 20.000 Beschäftigten verharren kann.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Källenius muss dafür sorgen, dass an anderer Stelle die Fertigungstiefe des Konzerns sinkt. Es ist schwer verständlich, warum Daimler bei vergleichbarem Absatz wie BMW fast 25.000 Mitarbeiter mehr in seiner Autosparte beschäftigt.

    Guss- und Schmiedeteile sollte der Konzern fremdbeziehen. Bei Motoren ist Fokussierung geboten: Neben Elektroantrieben braucht es bis Ende der kommenden Dekade wohl nur noch kleine, quer verbaute Vierzylinder.

    Aggregate mit sechs Zylindern oder mehr sollte Daimler dagegen aussortieren und über die Verrentung der Babyboomer Jobs abbauen.

    Mehr: Teile des elektrischen Antriebs für Mercedes-Modelle werden künftig in Stuttgart gefertigt. Darauf haben sich Management und Betriebsrat geeinigt.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Daimler sollte seine Fertigungstiefe überdenken
    1 Kommentar zu "Kommentar: Daimler sollte seine Fertigungstiefe überdenken"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Automobilindustrie erhält momentan Ratschläge von allen Seiten, um zukunfts- und wettbewerbsfähig zu bleiben. Herr Hubik meint., dass Motoren mit sechs und mehr Zylindern aussortiert werden sollten.
      Es sind allerdings gerade diese vermeintlich fossilen Motoren und Modelle, mit denen die Premiummarken ordentliche Renditen erzielen, um die Transformation zu neuen Antrieben und Geschäftsmodellen zu finanzieren.
      Ein tragfähiges Geschäftsmodell hat Elon Musk noch nicht nachgewiesen, dafür aber renditestarke Visionen.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%