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Kommentar Darum will die Deutsche Bank in den USA langweilig werden

Keine riskanten Wetten, keine Skandale – die Frankfurter wollen in den USA zur zahmen Investmentbank werden. Dafür müssen sie ihr Verhältnis zu Regulierern normalisieren.
06.01.2020 - 16:06 Uhr Kommentieren
Für das Frankfurter Geldhaus wird es schwer, mit den großen US-Banken zu konkurrieren. Quelle: AP
Deutsche Bank

Für das Frankfurter Geldhaus wird es schwer, mit den großen US-Banken zu konkurrieren.

(Foto: AP)

New York Langweilig zu sein ist nicht zwingend etwas Schlechtes. Für Mark Fedorcik, der das Investmentbanking der Deutschen Bank leitet, ist das ein erstrebenswertes Ziel: keine riskanten Wetten mehr, keine Skandale, dafür volle Konzentration auf die Kunden.

Soll dieses Ziel Realität werden, muss auch die neue US-Chefin der Bank, Christiana Riley, ihren Teil beitragen. Das Verhältnis zu den Regulierern muss endlich normalisiert werden. Außerdem muss Riley Kunden und Mitarbeiter davon überzeugen, dass die Bank trotz massiver Sparrunden langfristig eine Größe an der Wall Street bleiben will.

Diese Mammutaufgabe wird von zwei Faktoren erschwert. Erstens: Die Deutsche Bank kämpft noch immer mit den Sünden der Vergangenheit. Nach zahlreichen Skandalen und Compliance-Verstößen sind die US-Aufseher nicht gut auf das Institut zu sprechen. Die Rolle der Frankfurter im Geldwäsche-Skandal rund um die Danske Bank hat für neue Unruhe gesorgt. Das macht es nicht einfacher, Kunden zu überzeugen, mit der Bank Geschäfte zu machen.

Der politische Streit um Finanzunterlagen des prominenten Deutsche-Bank-Kunden Donald Trump wird in den kommenden Monaten für weitere unangenehme Schlagzeilen sorgen. Der Oberste Gerichtshof der USA wird entscheiden, ob die Bank Dokumente über den US-Präsidenten herausgeben muss oder nicht.

Es wird Zeit brauchen, den Ruf in den USA zu verbessern. Und etwas Glück. Immerhin: Die Investmentbank wird im vierten Quartal mehr Umsatz machen als im Vorjahr und soll eine höhere Rendite erwirtschaften als zunächst gedacht.

Starke Konkurrenz

Vor allem der Anleihehandel lief im vierten Quartal gut – für die Deutsche Bank genauso wie für andere Institute. Das ist ein willkommener Lichtblick, doch keine Garantie, dass der Trend anhält. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran könnten die gute Stimmung an den Märkten schnell wieder verderben. Der Aktienkurs der Bank hat sich in den vergangenen Wochen zwar etwas erholt, doch von einer Trendwende kann noch keine Rede sein.

Hinzu kommt: Das Frankfurter Geldhaus konkurriert auf dem lukrativsten Bankenmarkt der Welt mit Wall-Street-Größen wie JP Morgan, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Auch diese Adressen mussten in den vergangenen Monaten Mitarbeiter entlassen.

Doch die Institute haben sich deutlich schneller von der Finanzkrise erholt und schreiben seit Jahren wieder Milliardengewinne. Damit können sie deutlich mehr in Digitalisierung und Innovationen investieren. Selbst wenn der Ruf einmal repariert ist, wird es für die Deutsche Bank also nicht leicht werden, mit den US-Finanzriesen zu konkurrieren.

Mehr: Bafin-Entscheidung bei Vorstandsumbau der Deutschen Bank ging schnell

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