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Kommentar Das Angebot von AMS für Osram bleibt ein skurriles Intermezzo

Für wenige Stunden sah es so aus, als würde der Halbleiterhersteller den Leuchtenkonzern übernehmen wollen. Damit hätte sich AMS aber wohl verhoben.
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Osram steht vor Milliardenübernahme durch Finanzinvestoren Quelle: dpa
Osram-Zentrale

Der Konzern ist seit Monaten mit den Finanzinvestoren Bain und Carlyle im Gespräch.

(Foto: dpa)

Es war ein eher skurriles österreichisches Intermezzo: Am Montagabend teilte Osram mit, dass der Halbleiterkonzern AMS ein unverbindliches Übernahmeangebot präsentiert habe. Damit schien ein Bieterwettkampf in Sicht.

Schließlich wollen die Finanzinvestoren Bain und Carlyle Osram für 3,4 Milliarden Euro übernehmen – mit dem Segen des Vorstands. Der äußerte sich denn auch prompt skeptisch über die neue Offerte aus Österreich.

Schon nach wenigen Stunden war es mit dem Störfeuer vorbei: Kurz nach Mitternacht zog AMS die „unverbindliche Interessenbekundung“ zurück. „Nach Evaluierung der jüngsten Entwicklungen“ sehe man keine ausreichende Basis für weitere Verhandlungen. Weitere Informationen über das Motiv für den Übernahmeplan oder für den raschen Rückzug gab es nicht.

Ein wenig überraschend ist es auch, dass AMS die Gelegenheit nicht nutzte, einen Blick in die Bücher des Konkurrenten zu werfen. In dieser Zeit hätte man ja womöglich auch einen finanzstarken Partner finden können, um eine Übernahme gemeinsam zu stemmen.

Denn der Übernahmeplan von AMS schien auf wackligen Beinen zu stehen. Osram ist mehr als doppelt so groß. Während Bain und Carlyle ungewöhnlich viel Eigen‧kapital mitbringen und nur etwa30 Prozent des Übernahmepreises fremdfinanzieren wollen, plante AMS, sich zunächst 4,2 Milliarden Euro von Banken leihen.

Diese Brückenfinanzierung sollte durch eine spätere Kapitalerhöhung von mindestens 1,7 Milliarden Franken teilweise refinanziert werden. Zum Vergleich: AMS ist derzeit an der Börse nur rund 3,1 Milliarden Franken wert. Ende vergangenen Jahres lagen die Nettofinanzschulden bei 1,2 Milliarden Euro, im ersten Quartal schrieb das Unternehmen rote Zahlen.

Strategisch hätte ein Zusammenschluss von Osram und AMS durchaus seinen Reiz. Doch sieht es so aus, also ob Osram eine Nummer zu groß für den österreichischen Halbleiterkonzern ist.

Mehr: Osrams schwächelndes Geschäft mit Straßenlampen geht an den Investor Stern Stewart. Er kennt das Unternehmen bereits gut.

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