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Kommentar Das Beispiel Saudi Aramco zeigt einmal mehr: Geld stinkt nicht

Es ist nicht einfach, den richtigen Umgang mit autokratischen Regimen wie Saudi-Arabien zu finden. Werte wie Demokratie geraten schnell unter die Räder.
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Saudi Aramco ist derzeit die größte Erdölfördergesellschaft der Welt. Quelle: Reuters
Öltanks

Saudi Aramco ist derzeit die größte Erdölfördergesellschaft der Welt.

(Foto: Reuters)

Rehabilitiert. Mit der bisher größten Platzierung von Anleihen eines Konzerns aus einem Emerging Market hat Saudi-Arabien das Vertrauen der Investoren zurückgeholt. Man kann dies sogar mit dem Sinneswandel einer prominenten Figur des globalen Finanzmarkts belegen.

Kaum war die Ermordung des oppositionellen Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul bekannt geworden, hatte Jamie Dimon, CEO von JP Morgan, im Herbst als einer der ersten Topmanager seine Teilnahme an der Investorenkonferenz des Kronprinzen Mohammed bin Salman Al Saud abgesagt. Nun warb Dimon persönlich für die Anleihen des weltgrößten Ölkonzerns von Saudi Aramco.

Pecunia non olet (Geld stinkt nicht) scheint die aktuelle Parole zu lauten. 100 Milliarden Dollar sind für die letztlich zwölf Milliarden Dollar umfassende Anleihe geboten worden. Und das, obwohl der Zinssatz sogar, was ungewöhnlich ist, unter dem saudischer Staatsanleihen liegt und obwohl Aramco als Privatschatulle des Königshauses gilt. Markt und Moral passen wieder einmal nicht zusammen.

Aber Kritik ist wohlfeil. Denn wieso sollen Unternehmen, Banken oder Fonds größere Bedenkenträger sein als ungleich mächtigere Staaten? Die USA, Frankreich und andere haben zwar den Khashoggi-Mord verurteilt, aber längst ihre Rüstungsgeschäfte mit dem Königreich wieder aufgenommen. Da geraten Werte wie Demokratie, Freiheit, Menschenwürde, aber auch die Prinzipien der Marktwirtschaft unter die Räder.

In der Causa Riad steht die Bundesregierung mit ihrer distanzierten Haltung inzwischen isoliert da. Und solange es nicht einen Ehrenkodex aller G7- und EU-Staaten für den Umgang mit Autokraten-Konzernen gibt, auch mit denen anderer Länder, solange sollten sich deutsche Firmen nicht von Engagements in Saudi-Arabien abhalten lassen. Denn trotz des ungeheuerlichen Mordes gilt es, dort den absolut richtigen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft zu stützen.

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