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Kommentar Das Beispiel von Jürg Zeltner zeigt: Die Unabhängigkeit von Aufsichtsräten wird immer wichtiger

Die Frage der Unabhängigkeit der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder macht gerade Karriere. Nicht umsonst, sehen die Regulatoren Handlungsbedarf.
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Der ehemalige UBS-Chef muss den Aufsichtsrat der Deutschen Bank wieder verlassen. Quelle: Reuters
Jürg Zeltner

Der ehemalige UBS-Chef muss den Aufsichtsrat der Deutschen Bank wieder verlassen.

(Foto: Reuters)

Es gab Zeiten, da gehörte es zum guten Ton, den (kreditgebenden) Banker im Aufsichtsrat zu platzieren, genauso wie den (ratgebenden) Haussyndikus oder den (vertraglich gebundenen) Steuerberater. Damals waren Aufsichtsgremien von Aktiengesellschaften noch ein Treffpunkt eng verbundener Geschäftspartner. Man kannte sich, man schätzte sich. Unternehmenskontrolle war eher ein gesetzlich verordnetes Muss in der alten Deutschland AG.

Heute sind Aufsichtsräte ein ganz entscheidendes Gremium für die Unternehmensführung. Kompetenz ist gefragt in höchstem Maße. Die globale Wirtschaftswelt ist komplex geworden, die Auswirkungen der Digitalisierung sind radikal. Die Überwachung des Vorstands ist kein Selbstläufer mehr.

Umso erstaunlicher ist es, dass die Frage der Unabhängigkeit der einzelnen Mitglieder dieses Gremiums gerade Karriere macht. Dabei hätte man erwarten können, dass mit dem Untergang der Deutschland AG sich auch das Thema Interessenkonflikte erledigt hat. Im Gegenteil. Die Europäische Union drängte auf Neuregelung, die jüngste Fassung des Corporate Governance Kodex widmet dem Thema breiten Raum. Offensichtlich sehen die Regulatoren dringenden Handlungsbedarf.

Noch erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet Deutsche-Bank-Chefaufseher Paul Achleitner mit einer Besetzungspersonalie an Interessenkonflikten scheitert. Jürg Zeltner muss den Aufsichtsrat des Geldhauses wieder verlassen. Er ist Manager und Gesellschafter eines Konkurrenten. Ein peinlicher Fauxpas.

Ein Fehler, der aber auch beweist, warum das Thema Unabhängigkeit von Aufsichtsräten wichtiger denn je ist. Es gibt inzwischen sehr viele Konfliktlinien und Interessenkollisionen, die mit Family and Friends nichts mehr zu tun haben, die aber das Risiko bergen, die Kompetenz des Aufsichtsrats zu beschädigen. Das gilt ganz besonders, wenn Wettbewerber oder Investoren Platz nehmen. Hier ist besondere Vorsicht geboten.

Mehr: Die Deutsche Bank sorgt mit ihrer Personalpolitik unnötig für Ärger bei der Bankenaufsicht – und Paul Achleitner trägt seinen Teil dazu bei.

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