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Kommentar Das britische Corona-Paket war kein Befreiungsschlag – doch das sollte es auch nicht sein

Die britische Regierung kämpft mit einem 30-Milliarden-Pfund-Paket gegen die Folgen von Corona. Es wird nicht die letzte Maßnahme sein.
09.07.2020 - 20:42 Uhr Kommentieren
Die Regierung in London will die britische Konjunktur mit einem Paket aus Steuergeschenken und Hilfen für Unternehmen im Wert von rund 30 Milliarden Pfund (rund 33,3 Milliarden Euro) ankurbeln. Quelle: AFP
Premierminister Boris Johnson und Finanzminister Rishi Sunak

Die Regierung in London will die britische Konjunktur mit einem Paket aus Steuergeschenken und Hilfen für Unternehmen im Wert von rund 30 Milliarden Pfund (rund 33,3 Milliarden Euro) ankurbeln.

(Foto: AFP)

Als der britische Finanzminister Rishi Sunak das jüngste Corona-Hilfspaket der Regierung vorstellte, war für viele Briten etwas dabei. Aber selbst der Finanzminister hatte es geahnt: Nicht allen ist das genug.

So gibt es Unterstützung für Unternehmen, wenn sie Auszubildende und Arbeitslose einstellen und ihre Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückholen, eine drastische (wenngleich vorübergehende) Senkung der Mehrwertsteuer für die Tourismusbranche und die Gastronomie, Verzehrgutscheine und eine siebenmonatige Senkung der Grunderwerbsteuer beim Immobilienkauf. Zusammen dürften sich die Kosten für diese Maßnahmen auf 30 Milliarden Pfund (33 Milliarden Euro) belaufen.

Kritiker verweisen darauf, dass die jüngsten Maßnahmen gerade einmal 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entsprächen und Länder wie Deutschland sehr viel entschlossener gegen die Coronakrise ankämpfen.

Die britische Regierung drücke sich davor, langfristige Maßnahmen vorzunehmen, lautet der Vorwurf. Das kann aber keine Überraschung sein. Es spiegelt die übliche Taktik der britischen Regierung wider, sich erst in der allerletzten Minute festzulegen. So geht London in den Brexit-Verhandlungen vor, und genauso wird der Kampf gegen die Coronakrise geführt.

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    Aber diesmal gibt es dafür sogar gute Gründe. Denn erst in den kommenden Monaten wird sich wirklich zeigen, wie hilfsbedürftig die britische Wirtschaft ist. Die Coronakrise hat Großbritannien noch fest im Griff. Deutlich langsamer als andere europäische Länder kehrt das Königreich in den Alltag zurück.

    Zwar sinken die Infektionszahlen. Aber die von bedrückend hohen Todeszahlen eingeschüchterten Briten bleiben noch lieber zu Hause, statt zu konsumieren. Ändert sich das nicht, muss die Regierung die viel zitierte „Bazooka“ auspacken. Noch ist es aber zu früh, um das zu beurteilen.

    Zudem herrscht in London die Hoffnung, dass bis zum Herbst die Verhandlungen mit Brüssel über ein Handelsabkommen nach dem Brexit Fortschritte machen. Dann wären die Folgen des EU-Ausstiegs besser einzuschätzen.

    Bislang stocken die Gespräche, aber in den kommenden Wochen wird sich die Richtung zwangsläufig abzeichnen, schließlich läuft die Zeit davon.

    Das nun vorgelegte Paket war kein Befreiungsschlag, und das sollte es auch nicht sein. Als Teil kurzfristiger Maßnahmen war es ein guter Schritt. Ob das Vorgehen der britischen Regierung langfristig richtig und angemessen ist, wird sich aber erst im Herbst zeigen, wenn Finanzminister Sunak den eigentlichen Haushaltsplan vorgelegt hat.

    Mehr: Großbritannien senkt Mehrwertsteuer für Gastgewerbe und Tourismus von 20 auf 5 Prozent.

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