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Kommentar Das Coronavirus wird zur Bewährungsprobe für Donald Trump

Das teure US-Gesundheitssystem droht die Verbreitung des Virus zu begünstigen. Die Epidemie könnte entscheidend für die Präsidentschaftswahlen werden.
09.03.2020 - 16:58 Uhr 2 Kommentare
Der US-Präsident ist ein entschiedener Gegner des Gesundheitsprogramms Obamacare. Quelle: ddp images/Sipa USA
Donald Trump

Der US-Präsident ist ein entschiedener Gegner des Gesundheitsprogramms Obamacare.

(Foto: ddp images/Sipa USA)

„Wenn Sie Symptome haben, rufen Sie an, egal, ob Sie krankenversichert sind oder nicht!“ Es ist dieser Satz des New Yorker Bürgermeisters Bill De Blasio, der wie kaum ein anderer entblößt, was die größte Gefahr beim Coronavirus in den USA darstellt: das amerikanische, lückenhafte Gesundheitssystem.

Menschen, die sich vielleicht angesteckt oder bereits Symptome haben, könnten aus Angst vor hohen Arzt- und Krankenhauskosten keine ärztliche Hilfe suchen. Damit wäre eine Ausbreitung des Coronavirus nicht einzudämmen, und die USA könnten innerhalb kürzester Zeit zu einem der schlimmsten Virenherde werden. Das könnte auch wahlentscheidend sein.

Rund 30 Millionen Amerikaner sind nicht krankenversichert. Das sind 30 Millionen potenzielle Verbreiter des Virus, die ihre Symptome oder Begegnungen mit Infizierten aus Kostengründen womöglich verschweigen. Und selbst jene, die versichert sind, müssen mit privaten Zuzahlungen rechnen. Auch in Coronazeiten wird es von der jeweiligen Krankenkasse abhängen, wie viel die Patienten zuzahlen müssen, wenn sie sich testen oder gar behandeln lassen.

Da Covid-19 in vielen Fällen nicht viel schlimmer als eine Erkältung ist, werden sich viele überlegen, ob sie deshalb wirklich den Arzt kontaktieren sollen. New York hat deshalb angekündigt, die Kosten von Tests und Behandlungen für Nicht-Versicherte zu übernehmen. Doch das werden sich längst nicht alle Bundesstaaten leisten können.

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    Covid-19 nimmt keine Rücksicht auf Parteibücher. Das Virus könnte den Amerikanern die Schwächen des extrem teuren, aber ineffizienten Gesundheitssystems vor Augen führen. Damit könnten die Forderungen nach einem staatlichen, einheitlichen Gesundheitssystem von Bernie Sanders attraktiver erscheinen oder auch das von Barack Obama und Joe Biden eingeführte System der Obamacare.

    Der US-Präsident ist ein entschiedener Gegner des Gesundheitsprogramms Obamacare. Quelle: AP
    Donald Trump

    Der US-Präsident ist ein entschiedener Gegner des Gesundheitsprogramms Obamacare.

    (Foto: AP)

    Donald Trump hatte einst selbst dem viel zu teuren Gesundheitssystem und den Pharmafirmen den Krieg erklärt. Doch seinen Worten waren leider keine Taten gefolgt. Jetzt wirft er der Opposition vor, auf eine Epidemie zu hoffen, um ihm zu schaden. Tatsächlich lässt die Führung seiner Administration in Sachen Coronavirus derzeit stark zu wünschen übrig. Es ist nicht so, als hätte es das Virus nicht schon seit Wochen in den USA gegeben. Es war nur schlicht kaum getestet worden. Hinzu kommt, dass die ersten Tests fehlerhaft waren.

    Nicht das Virus, sondern die Wirtschaft wird die Wahl im November entscheiden. Wenn es die Regierung nicht schafft, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, wird das die Wirtschaft in die Rezession treiben. Und dann stehen die Chancen für die Wiederwahl von Trump tatsächlich schlecht.

    Mehr: Die Bundesregierung beschließt einen Notfallplan für die Wirtschaft.

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Das Coronavirus wird zur Bewährungsprobe für Donald Trump"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herr Krebs: sehr interessanter Ansatz.

    • Corona wird die USA härter treffen als jedes andere Land. Die Zahl der Toten wird dort jedes bisher gekannte Maß übersteigen. Nur, da es keine umfassende Diagnostik gibt und somit die Erfassung kaum möglich ist, wird es am Ende eine Frage der Sterbestatistik sein. Meine Prognose: Die Wahlen werden verschoben!

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