Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Das Denken von Börsen-Bestimmer Donald Trump ist kalkulierbar

US-Präsident Donald Trump bringt die Finanzmärkte aus dem Gleichgewicht – und wird die Notenbank zum Handeln zwingen. Für Aktionäre wäre das gut.
Kommentieren
Der US-Präsident lässt die Investoren nach seiner Pfeife tanzen. Quelle: Reuters
Donald Trump

Der US-Präsident lässt die Investoren nach seiner Pfeife tanzen.

(Foto: Reuters)

Was grenzt an Dummheit? Kanada und Mexiko. Dieser kurze Kalauer erzeugt unter Anlegern nur noch gequältes Gelächter. Der streitsüchtige Herrscher des Weißen Hauses macht den Investoren klar, dass die Welt nach seiner Pfeife tanzen soll. Im Fight gegen China heißt es kompromisslos: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Mit Peking versucht er, sich in Strafzöllen und schwarzen Listen von Unternehmen zu überbieten.

Attackiert Trump den chinesischen Tech-Konzern Huawei, revanchiert sich Peking beim US-Paketdienst Fedex. Anleger haben begriffen: Der eitle Machtmensch macht ernst, kann damit dem Welthandel schaden und die Konjunkturen bremsen.

Deshalb flüchten die Investoren aus Aktien. Die Märkte sind anfällig, weil noch nahe ihren Höchstständen vom Frühjahr. Bekannte Vermögensverwalter haben Teile ihrer Aktien verkauft. Sie wollen auf Nummer sicher gehen. Die Kursgewinne seit Jahresbeginn waren rasant. Da tut eine Abkühlung gut.

Gefragt ist Realismus aus globaler Perspektive. Der alte Anlegerspruch, dass politische Börsen kurze Beine haben, gilt hier nicht. Die Antwort auf die Frage, wer auf Andrea Nahles folgt, ist für Börsianer zwar relativ unwichtig. Aber beim Schlagabtausch von Trump und seinem chinesischen Gegenspieler Xi Jinping geht es um die technologische Vormacht und um weltpolitische Führung. Dieser globale Kampf wird sich lange hinziehen.

Das ist keine gute Nachricht für die Aktionäre. Trump verfolgt hier einen Plan, der auch die Anleger zwiegespalten zurücklässt. Der Twitter-Präsident ist an einer Wall Street in prima Stimmung interessiert. Das gehört zu „America first“. Wenn er jetzt Sand ins weltwirtschaftliche Getriebe streut und die Märkte ins Straucheln bringt, kann er sich rausreden. Nach dem Motto: Ist nicht meine Schuld, ich sage schon lange, die Zinsen müssen runter, die Notenbank muss endlich was tun. Genau so wird es im Notfall auch kommen.

Und wie reagieren die Anleger? Werden sie wegen der Konjunkturängste die Kurse weiter auf Talfahrt schicken oder mit der Hoffnung auf spätere Geldflutung der Wirtschaft durch die Notenbanker wieder Aktien kaufen? Es ist vielleicht nur eine Frage des Timings. Die Vermutung: Erst geht es angstvoll weiter nach unten und bei ersten Zeichen einer geldpolitischen Wende wieder nach oben.

Was grenzt an Dummheit? Heute kennen Anleger die bessere, wenn auch weniger unterhaltsame Antwort: Den Bestimmer des Landes zwischen Mexiko und Kanada in seinem archaischen Gehabe als infantilen Spinner wegzulachen. Sein Denken ist kalkulierbar. So gesehen ist die Einschätzung seines Tuns einfacher, als eine intellektuell anspruchsvolle Börsenanalyse abzuliefern.

Mehr: An den Märkten ist die Nervosität zurück. Lesen Sie hier, worauf sich Anleger jetzt einstellen müssen.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Das Denken von Börsen-Bestimmer Donald Trump ist kalkulierbar

0 Kommentare zu "Kommentar: Das Denken von Börsen-Bestimmer Donald Trump ist kalkulierbar"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote