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Kommentar Das doppelte Spiel mit dem Fußball

Im Doppelpass mit Länderpolitikern ist es der DFL gelungen, den Bundesliga-Neustart als Freudendienst an der Gesellschaft zu verkaufen. In Wahrheit geht es aber um etwas anderes.
23.04.2020 - 16:28 Uhr 2 Kommentare
Die DFL muss mit einem „Hygienekonzept“ dafür sorgen, dass die Arenen virenfrei bleiben und der Ball rollt. Quelle: AFP
Pappdarstellung eines Fans in Gladbach

Die DFL muss mit einem „Hygienekonzept“ dafür sorgen, dass die Arenen virenfrei bleiben und der Ball rollt.

(Foto: AFP)

Über die Zwangspause der Bundesliga wird derzeit diskutiert, als habe Deutschland seine Seele verloren und müsse sie wiederfinden. Dabei findet das wahre Drama des Fußballs ganz woanders statt: In den 25.000 Vereinen, deren Kinder- und Jugendspieler zur Corona-Abstinenz verdammt sind. Dagegen ist die Frage, wann 36 Profiklubs zurück auf ihr Arbeitsgelände dürfen, fast banal.

Im Zusammenspiel mit ehrgeizigen Länderpolitikern ist es der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gelungen, die Wiederaufnahme des Ballbetriebs als Freudendienst an einer von Virussorgen erschöpften Gesellschaft zu verkaufen. Darüber entscheidet am nächsten Donnerstag die Bundesregierung.

Fiebert die Republik aber wirklich nach dem „Krimi“, ob der FC Bayern München zum achten Mal hintereinander Meister wird oder Werder Bremen doch absteigen muss?

In Wahrheit geht es um die Sicherung der letzten Rate für Übertragungsrechte. Die zahlt der Pay-TV-Betrieb Sky aber nur bei laufenden Spielen. Das ist das doppelte Spiel, das läuft. Rund 230 Millionen Euro sind vereinbart, die den 13 Pleitekandidaten der Beletage des Fußballs etwas Luft verschaffen würden.

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    Zuletzt hatte die mit dem vielen Fernsehgeld noch irrwitzigste Spielertransfers finanziert, an Rücklagen aber selten gedacht. Und so muss die DFL nun mit einem „Hygienekonzept“ dafür sorgen, dass die Arenen virenfrei bleiben und der Ball rollt – anders als in Belgien oder Holland, wo die Saison rechtzeitig abgebrochen wurde.

    Kein Plan wird verhindern, dass nicht doch irgendwann Sars-CoV-2 in einer Mannschaft wieder auftaucht. Und dann? Bis Ende Juni muss die Saison gespielt sein. Aber schafft sie es, alle neun Spieltage geordnet durchzuziehen?

    Kommt es zu einer Unterbrechung, beginnt die eigentlich spannende Aufgabe: wie man mit Planinsolvenzen, einem Notfallfonds und einem professionelleren Management in vielen Klubs einen wirklichen Neustart schafft – nach den Geisterdiskussionen dieser Tage.

    Mehr: 230 Millionen Euro sollen Bundesligaklubs das Überleben sichern.

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Das doppelte Spiel mit dem Fußball"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Nicht nur ein doppelten Spiel ... auch ein komplett unverantwortliches !!!
      Es geht einzig und allein um viel Geld - dass in diesem Fall tatsächlich keinesfalls dem Breitensport zugute kommt, der das Geld wahrlich gebrauchen könnte - gerade jetzt - sondern einigen wenigen Profi Verbänden - die das geld wieder eiinigen wenigen Spielern als irrwitzig hohe Honorare anbieten ... Dieses Gier des Profifussbals muss ein Ende haben !

      Wie wollen die Profis den Millionen von Fussballfans erklären, dass in diesen Zeiten nur sie, die Profis, das Geld und das moralische Recht haben, ihrem geliebten Sport nachzugehen ?
      Das Fussballfieber wird entfacht und die Polizei hätte in den Bezirken viel zu tun, die Amaeure vom platz zu halten - und das mitten in der schänsten Jahreszeit ...

      Außerdem ist ist unverantwortlich, denen, die viel dringender Serientests benötigen (zB Altenheimen, Plfegekräften aller Art, Krankenhäusern, Behinderten und Risikopatienten, Kitas ...) die immer noch wenigen Testmöglichkeiten wegzunehmen. Da können sie versichern, wie sie wollen, niemandem würden Tests weggenommen - aber das stimmt natürlich nicht, denn das PÜroblem liegt in den Testlaboren, die noch immer beschränkte Kapazitäten haben ...

      Geld regiert die Welt.,
      Schwindende Moral läßt grüßen...

    • Ich glaube, dass es bei den Diskussionen um eine Fortsetzung der Bundesliga offensichtlich ist, dass die finanziellen Aspekte im Vordergrund stehen. Für die breite Masse der Bevölkerung ist es dennoch schön, neben dem tristen Corona-Alltag eine Abwechslung zu haben und ein Stück Normalität zurück zu erlangen.
      Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass die DFL und damit auch die Fernsehgelder keinen so unbedeutenden Part in der gesamtwirtschaftlichen Situation spielen.
      Bei ausreichenden Vorkehrungen und dem entsprechenden Schutz der Spieler und Verantwortlichen, sowie ihren Familien steht einer Fortsetzung meines Erachtens nach nichts im Wege.

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