Kommentar Das Duopol aus Airbus und Boeing ist alternativlos

Der Großauftrag für den neuen Airbus 220 zeigt, warum das Duopol im Flugzeugbau ohne Alternative ist. Die Auftraggeber vertrauen schlicht nur ihnen.
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Das Duopol aus Airbus und Boeing ist alternativlos Quelle: AP
Neu in der Flotte

Erst als A220 bei Airbus wird der von Bombardier übernommene Mittelstreckenjet für Kunden wirklich interessant.

(Foto: AP)

Das Drehbuch ist an Perfektion kaum zu überbieten. Wenige Tage vor der Luftfahrtshow im britischen Farnborough berichtet Airbus, wie der von Bombardier übernommene Mittelstreckenjet C-Series als A220 in die Airbus-Flotte integriert werden soll. Stunden später schneit der erste Großauftrag herein.

Die US-Airline Jetblue ordert 60 davon, kann sich auf längere Sicht sogar 120 der Jets vorstellen. Ein wahrlich gelungener Auftakt – zudem einer, an dem sich gut erklären lässt, warum im Bau von Verkehrsflugzeugen nur Platz für wenige Anbieter ist.
Der Verkauf der C-Series begann 2005. Erst 2008 fand Bombardier mit Lufthansa einen Erstkunden.

Die Kaufbereitschaft einer renommierten Airline ist normalerweise der Türöffner für ein brandneues Flugzeug. Nicht so bei der C-Series. Auch zehn Jahre später ist sie kein Verkaufsschlager geworden. Erst mit der Übernahme durch Airbus scheint sich das zu ändern.

Der Sinneswandel der Airlines hat mehrere Gründe. Zum einen wissen sie mit Airbus ein Unternehmen im Hintergrund, das eine verlässliche Wartung garantiert. Auch der Weiterverkauf der Flugzeuge nach einer Nutzung von typischerweise zehn Jahren ist im Konzernverbund sicherer als bei einem Hersteller mit kleiner Kundschaft.

Hinzu kommt: Ein Konzern kann attraktive Pakete schnüren. Jetblue etwa passte gleichzeitig mit der Bestellung der A220 eine bereits bestehende für die A320-Familie an. Darüber hinaus ergänzt die C-Series das Angebot von Airbus perfekt. Die kleine Variante, die A220-100, ist schnell zu füllen und ein ideales Vehikel, um neue Strecken zu testen. Die größere A220-300, eignet sich gut als Zubringer. Dieses Komplettangebot dürfte den einen oder anderen Kunden überzeugen.

Zwar fehlt es mit dem nun gefestigten Duopol von Airbus und Boeing, die sich gerade die Verkehrsflugzeugsparte von Embraer gesichert haben, an Alternativen – abgesehen von der chinesischen Comac. Doch die Kunden haben es offensichtlich so gewollt.

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