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Kommentar Das E-Auto ist keine Universallösung

Elektroautos haben viele Vorzüge. Auf dem Weg zur Klimaneutralität gibt es aber noch andere Lösungen. Die Politik sollte sie nicht ignorieren.
02.11.2020 - 17:07 Uhr 2 Kommentare
Parkplatz für Elektroautos: Die Politik fixiert sich auf Elektroantriebe – und lässt andere Lösungen für klimafreundliches Autofahren dabei außer acht. Quelle: imago/Waldmüller
Verbrenner müssen draußen bleiben

Parkplatz für Elektroautos: Die Politik fixiert sich auf Elektroantriebe – und lässt andere Lösungen für klimafreundliches Autofahren dabei außer acht.

(Foto: imago/Waldmüller)

Der Weg zur klimaneutralen Mobilität erweist sich als ruckelige Schotterpiste: Bei den Autos der Zukunft hat sich der Blick der Politik auf die Elektromobilität verengt. Das schlägt sich in großzügiger Förderung nieder, aber auch in einer Regulierung, die absurde Züge trägt.

Tatsächlich schnellen die Zulassungszahlen für E-Autos gerade in die Höhe. Die Hersteller räumen unumwunden ein, dass sie die Kauffreude auf die üppigen Anreize des Bundes und einzelner Länder zurückführen. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel wird es für die Hersteller sogar noch interessanter, E-Autos in den Markt zu drücken.

Doch dem Klima hilft das nur bedingt. E-Autos gehen als Null-Emissionsfahrzeuge in die Berechnung der ab 2021 geltenden CO2-Flottengrenzwerte ein. Wer ein E-Auto verkauft, kann also zugleich ein Auto mit einer CO2-Emission von 190 Gramm je Kilometer in Verkehr bringen – und hält damit rechnerisch die Obergrenze von 95 Gramm je Auto ein. Ein E-Auto rechtfertigt somit den Verkauf eines Spritfressers. Man kann von modernem Ablasshandel sprechen.

Dazu kommt: Zumindest in Deutschland fährt derzeit kein Auto CO2-frei. Denn schließlich wird der Akku mit dem normalen Strommix geladen, und der ist nur zum Teil „grün“. Daran ändert sich selbst dann nichts, wenn man fürs Aufladen seines E-Autos einen Grünstrom-Liefervertrag abgeschlossen hat. Denn die CO2-Intensität der Stromerzeugung insgesamt wird allein durch den europäischen Emissionshandel definiert.

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    Fährt also das eigene Auto nachweislich ausschließlich mit Grünstrom, sind irgendwo anders entsprechend mehr Zertifikate für die Erzeugung von Kohlestrom frei. Wenn dagegen ein Auto mit Verbrennungsmotor zu 100 Prozent mit klimaneutralem Sprit betankt wird, beeinflusst das die Einhaltung des CO2-Flottengrenzwerts nicht.

    Regulatorischer Wahnsinn

    Doch der regulatorische Wahnsinn zugunsten des E-Autos könnte noch eine Spur verrückter werden, wenn es nach Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) geht. Bei der Berechnung der sogenannten Treibhausgasminderungs-Quote soll ein E-Auto sogar vierfach auf das Ziel der Treibhausgasminderung angerechnet werden.

    Es wird nicht gelingen, den Bestand von derzeit rund 47 Millionen Pkws in Deutschland klimaneutral zu bekommen, indem man den Kauf von ein paar Hunderttausend E-Autos mit hohen Summen fördert. Eine völlig einseitige Festlegung auf E-Autos ist daher klimapolitisch schädlich. Die Politik sollte Alternativen zum Batterieantrieb zumindest ermöglichen.

    Mehr: Batterie verhagelt E-Autos die CO2-Bilanz

    • str
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    2 Kommentare zu "Kommentar: Das E-Auto ist keine Universallösung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich freue mich, dass hier wenigstens mal geschrieben wird dass ein Ökostromvertrag nicht bedeutet dass man elektrisch grün fährt. Falsch ist aber immer noch die Argumentation mit dem Strommix. Ebenso wie ein Steuerzahler für jeden zusätzlichen Euro Brutto den Grenzsteuersatz und nicht seinen Durchschnittssteuersatz anzusetzen hat, zählt bei der Frage womit man fährt nicht die Strommixzahl, sondern welche Kraftwerke die beim Laden aus dem Netz zusätzlich abgerufene Leistung erzeugen. Wenn Wind und Sonne schon sowieso ihre maximale Leistung einspeisen, dann beteiligen sie sich am Laden jedenfalls nicht. Die Strommixzahl anzuwenden wäre dann richtig, wenn Kilowattstunden „auf Lager“ erzeugt würden, also in ganz großem Maßstab gespeichert und dabei nicht anderer Verwendung entzogen würden. Gibt es nicht.

    • Guten Morgen

      tun sie doch nicht immer so, als sei der Energiemix gottgegeben. Der ist politisch genau so gewollt, um bestimmte wirtschaftliche Interessen zu bedienen.

      Ganz kurzfristige Massmahme: Kernkraftwerke laufen lassen,Braunkohlekraftwerke abschalten, Wind und Solar zubauen.

      ... und baut endlich diese Wasserstofffabriken und redet nicht immer nur. Dann kommen auch die Wasserstoffautos von ganz allein auf den Markt.

      Eins ist klar. Wir haben keine Zeit mehr. Der Klimawandel kommt und jedes Barrel Öl und jeder Kubikmeter Erdgas sind zuviel.

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