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Kommentar Das Gesetz zur Frauenquote war richtig und wirkungsvoll

Die Frauenquote ist zwar ein Eingriff in die Freiheit der Unternehmen. Aber sie hat gewirkt – im Gegensatz zu den Selbstverpflichtungen der Unternehmen.
03.05.2020 - 16:00 Uhr Kommentieren
Im Aufsichtsrat liegt der Frauenanteil hierzulande mittlerweile bei über 30 Prozent.. Quelle: dpa
Frauenquote

Im Aufsichtsrat liegt der Frauenanteil hierzulande mittlerweile bei über 30 Prozent..

(Foto: dpa)

Verständlicherweise war der Aufschrei in der Wirtschaft groß, als vor fünf Jahren das Gesetz für mehr Frauen in Führungspositionen in Kraft trat. Natürlich ist eine fixe Frauenquote von 30 Prozent für Aufsichtsräte ein krasser Eingriff in die Freiheit der Unternehmen. Es sollte doch um Qualifikation und Leistung gehen, wenn Posten besetzt werden, nicht um das Geschlecht!

Darüber hinaus sind flexible Frauenquoten mit Zielgrößen für den Vorstand und die zwei Führungsebenen darunter ein wahres Bürokratiemonster. Mit viel Aufwand müssen die Unternehmen immer wieder den Status quo messen und sich in Lageberichten rechtfertigen.

Dennoch lässt sich aus heutiger Sicht sagen: Der Schritt des Gesetzgebers war richtig, da wirkungsvoll. Der Fortschritt zeigt sich vor allem bei der fixen Geschlechterquote, die für gut 100 Unternehmen in Deutschland greift. Denn im Aufsichtsrat liegt der Frauenanteil hier mittlerweile bei über 30 Prozent.

Die vor Verabschiedung des Gesetzes geäußerte „Sorge“, die Stühle in den Gremien würden „leer“ bleiben müssen, weil sich nicht genug qualifizierte Frauen finden, war unbegründet. Überrascht haben dürfte das tatsächlich nur Männer.

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    Die flexible Frauenquote zeigt aber auch, warum überhaupt ein Gesetz hermusste. Denn noch immer bringen Selbstverpflichtungen der Unternehmen kaum etwas.

    Der Frauenanteil in den Vorständen der 160 deutschen Börsenunternehmen liegt unverändert unter zehn Prozent. Über 90 Prozent Männer in den Chefetagen! Hier ist der Weg zur Parität noch sehr, sehr weit.

    Da erscheint es auch fast als Randnotiz, dass Jennifer Morgan – als SAP-Chefin die erste Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns – schon wieder weg ist. Auch der Umstand, dass viele Unternehmen als Zielgröße für den Vorstand einfach „null“ angeben, ist ein Beleg für die Beharrlichkeit des traditionellen Führungsstils.

    Denn im Klartext bedeutet das: Die Unternehmen geben offen zu, dass sie keinerlei Ambitionen hegen, um Frauen in Führungspositionen zu bringen. Sie sperren sich, modern und divers zu werden.

    Dass Bundesfrauenministerin Franziska Giffey nun eine Frauenquote für den Vorstand plant, wirkt da nur konsequent. Das vorgesehene „Mindestbeteiligungsgebot“ besagt: Besteht in börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen der Vorstand aus mehr als drei Mitgliedern, soll künftig mindestens eine Frau vertreten sein.

    Natürlich ist das hochumstritten und wäre ein noch viel massiverer Eingriff in die Vertragsfreiheit. Aber die Unternehmen haben in den vergangenen Jahren schlicht zu wenig unternommen, um ein solches Gesetz zu vermeiden.

    Mehr: Die Coronakrise erschwert die ohnehin geringe Gleichstellung. Lesen Sie hier mehr.

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