Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Das Girokonto ist für Banken ein Türöffner

Immer weniger Filialbanken bieten Gratis-Girokonten. Dabei sind die Finanzdaten von Konsumenten extrem wertvoll und bieten eine einmalige Chance.
Kommentieren
Viele Banken verlangen mittlerweile für die Girokarte Gebühren. Quelle: dpa
EC-Karten

Viele Banken verlangen mittlerweile für die Girokarte Gebühren.

(Foto: dpa)

Gerade einmal 18 von über 800 untersuchten Filialbanken bieten heutzutage noch kostenlose Girokonten an, zeigt eine aktuelle Auswertung der Finanzberatung FMH. Die anderen begründen ihre Gebühren mit dem Niedrigzinsumfeld. Dieses führe dazu, dass Banken weniger als früher daran verdienen, Einlagen als Kredite auszureichen.

Die meisten Institute prangern mittlerweile die frühere Kostenloskultur an und betonen, dass sie Leistungen erbringen, für die der Kunde gefälligst bezahlen soll. Sei es die reine Kontoführung, das Überweisen, Geldabheben oder sogar die Girokarte. Die Strategie geht auf. Zuletzt konnten viele Geldhäuser ihre Provisionsergebnisse, in die auch Gebühren rund um das Girokonto fließen, steigern.

Häufig ist dabei zu beobachten, dass die Institute nach und nach immer mehr Leistungen bepreisen. Für die verbleibenden Institute gibt es dann gute Gründe, an Gratiskonten festzuhalten. Wenn immer mehr Häuser ihre Privatkunden immer stärker schröpfen, erhalten die letzten Filialbanken, die das nicht tun, ein Alleinstellungsmerkmal, das hilft, neue Kunden zu gewinnen und alte zu behalten.

Viele Banker und Sparkässler glauben an die Trägheit ihrer Kunden. Der Girokontowechsel ist mühsam für ein paar Euro Ersparnis im Monat. Doch die Wechselbereitschaft nimmt zu. Je stärker die Institute die Gebühren erhöhen, umso mehr Kunden sehen die Schmerzgrenze erreicht. Sie kehren ihrer alten Bank den Rücken, profitieren lieber von den Gratisangeboten und nehmen dann womöglich auch ihr Wertpapierdepot und ihre Kredite mit zur Konkurrenz.

Zwar müssen die Institute beim kostenlosen Girokonto erst einmal draufzahlen. Am Ende kann diese Strategie aber sinnvoller, weil nachhaltiger, sein, als über die höchsten Tagesgeld- oder günstigsten Kreditzinsen an Kunden zu kommen. Denn sinken die Tagesgeldzinsen nach einem Lockangebot, sind viele Kunden schneller wieder weg als beim Girokonto.

Das Girokonto gilt nicht umsonst als Türöffner. Insbesondere wenn es sich dabei um das Gehaltskonto handelt, offenbart es die komplette finanzielle Situation des Kunden. Gezielt kann der Bankberater ihn so auf weitere Produkte ansprechen – vom Sparplan über den Kredit bis zu einer Versicherung.

Wie wertvoll Finanzdaten von Konsumenten sind, haben auch neue Spieler wie der Versandriese Amazon entdeckt, der an einem eigenen Girokonto arbeitet. Alle Geldhäuser müssen auch im Niedrigzinsumfeld langfristig profitabel bleiben. Aber statt ihr Gratis-Girokonto jetzt auch noch abzuschaffen, sollten die verbleibenden Institute diese einmalige Chance nutzen – und andere Erlösquellen und Sparmöglichkeiten nutzen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Das Girokonto ist für Banken ein Türöffner

0 Kommentare zu "Kommentar: Das Girokonto ist für Banken ein Türöffner"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.