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Kommentar Das Jahr 2020 markiert das Comeback des politischen Anlegers

Unabhängig davon, wie die US-Wahl ausgeht: Die Märkte stehen vor einer bedeutsamen Zäsur. Die Politik bestimmt zukünftig wieder viel stärker die Rendite.
03.11.2020 - 19:27 Uhr Kommentieren
Der Einfluss der Politik auf die Märkte dürfte in der Zukunft größer werden. Quelle: AFP
New York Stock Exchange

Der Einfluss der Politik auf die Märkte dürfte in der Zukunft größer werden.

(Foto: AFP)

In der vergangenen Dekade haben die Märkte dazu tendiert, sich ausschließlich auf die Politik der Zentralbanken zu konzentrieren. Solange die Zinsen im Sinkflug waren, musste man sich um steigende Aktienkurse kaum Sorgen machen. Der Tunnelblick richtete sich auf die Fed und die EZB.

Um die „wirkliche“ Politik in den Parlamenten und den Zustand der Gesellschaft kümmerten sich die Investoren und Händler reichlich wenig – bestes Beispiel sind die Unruhen in den USA in diesem Sommer, die die Märkte weitgehend ignoriert haben. Auch der Brexit und die Spannungen zwischen China und den USA hatten keinen dauerhaft negativen Einfluss auf die Kurse.

Doch Vordenker wie Paul Donovan, der Chefvolkswirt in der Vermögensverwaltung der Schweizer Großbank UBS, erwarten eine Zeitenwende nach den US-Wahlen. Noch seien die Märkte „besessen“ von der Aussicht auf kurzfristig wirkende Konjunkturprogramme und steuerliche Anreize. Langfristig jedoch würden die Bildung und der Kampf gegen Vorurteile den wirtschaftlichen Erfolg – und damit die Renditen – bestimmen. Für die heute 20- bis 40-jährigen Anleger werden diese Faktoren extrem wichtig.

Vorurteile seien nicht nur falsch, sie seien auch wirtschaftlich schädlich, sagt auch Saker Nusseibeh, Topmanager beim Vermögensverwalter Federated Hermes, der weltweit 560 Milliarden Euro verwaltet. Der gebürtige Palästinenser setzt sich klar für eine liberal-tolerante Bewegung ein: für Individuen wie für Unternehmen.

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    Tatsächlich wird es in Zukunft auch um die Frage gehen, wie sich Unternehmen in der politischen Arena positionieren – sozusagen als Erweiterung der schon etablierten ESG-Kriterien, die ökologische, soziale und die Grundsätze einer guten Unternehmensführung umfassen. Die Frage der gesellschaftlichen Haltung wird somit ein Treiber für die Aktienperformance werden.

    Mehr staatlicher Einfluss

    Geldstratege Nusseibeh glaubt übrigens auch, dass die Bedeutung des öffentlichen Sektors zunimmt. Der staatliche Einfluss wachse, was auch mit den Hilfen der Regierungen zu tun habe. Wenn aber die Corona-Pandemie dazu führt, dass die Politiker immer mehr mitreden und bestimmen wollen in den Konzernen, dann muss das auch die Anleger interessieren.

    Deshalb glaubt die UBS, dass wir – unabhängig vom eigentlichen Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen – in naher Zukunft in ein Umfeld steuern, in dem die Politik wieder stärker zählt. Das werden auch die Märkte realisieren. Das Jahr 2020 markiert somit das Comeback des politischen Anlegers.

    Mehr: Biden oder Trump? Wie die Märkte auf die verschiedenen Wahl-Szenarien reagieren könnten

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