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Kommentar Das Scheitern der Fusion von LSE und Hongkonger Börse kam mit Ansage

Die Börsen aus Hongkong und London wären zusammen ein Gigant gewesen. Der geplatzte Deal zeigt, wie sehr mittlerweile die Politik die Finanzbranche prägt.
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Bis vor kurzer Zeit galt eine Übernahme durch die Hongkonger Börse noch als lukrativ. Quelle: dpa
London Stock Exchange

Bis vor kurzer Zeit galt eine Übernahme durch die Hongkonger Börse noch als lukrativ.

(Foto: dpa)

Eine alte Daumenregel für die Kapitalmärkte lautet: „Politische Börsen haben kurze Beine.“ Zumindest für Börsenübernahmen hat sie sich jetzt als wahr erwiesen. Am späten Montagabend hat die Hongkonger Börse ihr Kaufangebot für den Londoner Konkurrenten LSE zurückgezogen.

Überraschend kam das nicht. Abgesehen von allen wirtschaftlichen Erwägungen war der politische Widerstand gegen den Deal einfach zu groß. In einer innenpolitisch derart angespannten Situation wie dem Brexit war es von Beginn an schwer vorstellbar, dass Regierung und Aufseher in Großbritannien grünes Licht dafür geben, dass ein Herzstück des Londoner Finanzplatzes unter chinesischen Einfluss gerät.

Erst recht nicht, während in Hongkong heftige Auseinandersetzungen um die Frage toben, wie eng die chinesische Zentralregierung die Stadt in Zukunft kontrollieren wird. Auch die USA, deren Finanzkonzerne viele Geschäfte über die LSE abwickeln, hätten sicherlich im Hintergrund ihren Einfluss spielen lassen, um die Übernahme zu verhindern.

Das Interessante ist, dass eine Verbindung zwischen der Hongkonger Börse und der LSE vor noch nicht allzu langer Zeit als attraktiver Deal gegolten hätte. Asien gilt dank attraktiver Wachstumsraten für viele Börsenbetreiber noch immer als eine Art gelobtes Land.

Hongkong als wichtigster Börsenplatz im chinesischen Einflussbereich und London als dominierender Finanzplatz Europas wären gemeinsam eine Macht gewesen, die sogar den großen US-Börsen hätte Angst einflößen können. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass Größe im Börsengeschäft einer der zentralen Erfolgsfaktoren ist.

Der erzwungene Rückzug der Börse Hongkong aus dem Deal ist ein klares Indiz dafür, wie sehr die politischen Verwerfungen inzwischen auf die Wirtschaft durchschlagen. Die Globalisierung ist zumindest zu einem Halt gekommen. Gut möglich, dass in den kommenden Jahren schmerzhafte Rückschritte folgen.

Mehr: Die 39 Milliarden Dollar schwere Fusion der größten Börsenplätze Asiens und Europas ist gescheitert. Die HKEX begründet ihren Rückzug mit dem Widerstand der Londoner.

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