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Kommentar Das Schlimmste liegt hinter uns – aber noch längst nicht alles

Die kräftige Wirtschaftserholung nach der tiefsten Rezession der Nachkriegsgeschichte weckt Zuversicht. Entwarnung geben sollte die Politik allerdings nicht.
01.09.2020 - 19:00 Uhr Kommentieren
Im Mai hat niemand damit gerechnet, dass sich die hiesige Wirtschaft bis Anfang September bereits so stark erholt haben würde. Quelle: dpa
Peter Altmaier

Im Mai hat niemand damit gerechnet, dass sich die hiesige Wirtschaft bis Anfang September bereits so stark erholt haben würde.

(Foto: dpa)

Die deutsche Wirtschaft hat sich in der Corona-Pandemie als ziemlich robust erwiesen. Vom Schock des Lockdowns im März und April hat sie sich so weit erholt, dass sich Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) traut, die amtliche Konjunkturprognose für dieses Jahr anzuheben.

Wie relativ „Robustheit“ in dieser Krise ist, zeigt jedoch die Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP): Aus dem alten Minus von 6,3 Prozent ist eines von 5,8 Prozent geworden. Klar, das ist besser, aber das Jahr 2020 bleibt das der extremen Wirtschaftskrise.

Am klarsten beschreibt die Lage wohl der Blick auf den Zeitpunkt, zu dem aktuell Optimisten wie Pessimisten das Wiedererreichen der Vorkrisen-Wirtschaftskraft erwarten: Anfang 2022, also erst in anderthalb Jahren.

Die gute Nachricht bleibt aber diese: Im Mai hat niemand damit gerechnet, dass sich die hiesige Wirtschaft bis Anfang September bereits so stark erholt haben würde. Die wenigen Ökonomen, die Anfang Juni einen V-förmigen Verlauf der Konjunktur prognostizierten – also nach dem steilen Absturz eine genauso steile Erholung – blieben lange sehr einsam.

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    Ein solches V hielt Peter Altmaier am Dienstag fröhlich in die Kameras. Dahinter steht, dass der Einzelhandel höhere Umsätze verzeichnet als im Jahr 2019, dass genauso viele Lkws mit Ware unterwegs sind wie vor Corona, dass am Arbeitsmarkt keine neuen Pandemie-Effekte hinzugekommen sind und dass die Kurzarbeiterzahl sinkt. Ja, dass sogar die bereits vor Corona dümpelnde Industrieproduktion wieder in Gang gekommen ist, und der Außenhandel mit wichtigen Ländern zulegt.  

    Weit von stabiler Wirtschaftslage entfernt

    Die Rettungspakete der Regierung wirken zumindest so weit, dass kaum Einkommensverluste in der Breite der Bevölkerung eingetreten sind. Wie sehr das die Binnenkonjunktur stützt, kann man gar nicht überschätzen.

    Aber: Wie beim Basketball führt der Rebound-Effekt nicht dazu, dass der Ball genau da wieder ankommt, von wo aus er geworfen wurde. Von einer stabilen Wirtschaftslage ist Deutschland weit entfernt.

    Solange das Virus nicht per Impfungen und Medikamente besiegt werden kann, werden alle von Veranstaltungen und Reisen abhängigen Branchen tief in der Rezession stecken bleiben.

    Sie stehen hierzulande für acht Prozent der Volkswirtschaft. Der Anteil ist also groß genug, dass womöglich auch 2022 doch nicht das Vor-Corona-BIP erreicht wird. Und Deutschlands Exportwirtschaft ist abhängig davon, dass sich auch die Handelspartnerländer erholen: Sie tun dies meist langsamer als Deutschland. Trotzdem: Auch wenn der Weg mühsam bleibt – ein gutes Stück der Strecke ist geschafft.

    Mehr: „Schneller und breiter Aufschwung“: Minister Altmaier sendet positive Signale

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