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Kommentar Das Taktieren von Konzernen im Diesel-Skandal hat endlich Konsequenzen

Anleger, die in der Abgasaffäre Geld mit Porsche-Aktien verloren haben, dürfen auf Entschädigung hoffen. Ein wichtiges Signal auch für betroffene VW-Anleger.
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Der VW-Chef war damals in Personalunion auch der Chef der Porsche SE. Quelle: Bloomberg
Martin Winterkorn im Jahr 2014

Der VW-Chef war damals in Personalunion auch der Chef der Porsche SE.

(Foto: Bloomberg)

Auf viele Jahre Wartezeit haben sich alle vom Dieselskandal betroffenen Aktionäre eingestellt. Ein Musterverfahren in Braunschweig soll klären, ob und wie viel Schadensersatz der VW-Konzern den Aktionären zahlen muss, die guten Glaubens bis zum September 2015 noch VW-Aktien gekauft haben. Damals hatte der Konzern schon seit Jahren die Software von Dieselmotoren manipuliert, um die Abgasnormen zu erfüllen.

Sie mussten schwere Kursverluste hinnehmen. Viel eher hätte VW über den Skandal berichten müssen, sagen die Kläger. Ihr Musterverfahren nach deutschem Recht dürfte Jahre dauern.

Nun aber kommt mit einem ganz anderen Verfahren Tempo in die Geschichte. Das Stuttgarter Landgericht hat Aktionären der VW-Mutter Porsche SE soeben 47 Millionen Euro Schadensersatz zugesprochen.

Auch Porsche habe gegen die Berichtspflichten verstoßen, so die Klage der Porsche-Aktionäre. Spätestens seit Mai 2014 habe

Porsche von dem Skandal gewusst und nichts davon gemeldet. Schließlich sei VW-Chef Martin Winterkorn in Personalunion damals auch der Porsche-Chef gewesen.

Zur Freude der Investoren hat das Gericht eine absurd anmutende Argumentation der Porsche-Anwälte nicht gelten lassen: Martin Winterkorn in seiner Funktion als VW-Chef habe dem Porsche-Chef Martin Winterkorn gegenüber eine Schweigepflicht gehabt, hieß es auf Porsche-Seite.

Da wird also erst eine einzige Person in gleich zwei Chefposten eines Konzerns befördert. Wenn dieser Vorstand aber im ersten Posten versagt hat, soll er in der zweiten Funktion nicht mehr verantwortlich dafür sein?

Das sieht der Richter ganz anders. Winterkorn wusste von dem Skandal bei VW, er hätte bei Porsche darüber berichten müssen. Aktionäre haben Anspruch auf Schadensersatz. Es wäre zu wünschen, dass dieser klare Spruch Rechtskraft erlangt. Das hätte auch für das Verfahren in Braunschweig Signalwirkung. Und das Taktieren der Konzerne gegen ihre Aktionäre hätte Folgen.

Übrigens: Betroffen Aktionäre können noch bis Jahresende Klage einreichen, sowohl gegen VW als auch gegen Porsche. Erst dann ist der Fall verjährt.

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