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Kommentar Das Urteil des Landgerichts Berlin ist eine Ohrfeige für Scope

Es ist richtig, dass Ratingagenturen für schlampige Arbeit haften müssen. Private Anleger sollten ihren Einschätzungen nicht blind vertrauen.
04.06.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Anlegern bereitete ein Investment in das „Traumschiffs“ Probleme. Quelle: Pressefoto
Die MS Deutschland

Anlegern bereitete ein Investment in das „Traumschiffs“ Probleme.

(Foto: Pressefoto)

Es ist ein Novum. Erstmals hat ein Gericht in Deutschland eine Ratingagentur zu Schadensersatz verurteilt. Das Landgericht Berlin hat das Rating einer Unternehmens-Anleihe durch Scope als fehlerhaft angesehen.

Im Fokus des Prozesses stand ein 60 Millionen Euro schwerer Bond, den die Betreibergesellschaft der „MS Deutschland“ begeben hatte. Die Urteilsbegründung kann nicht anders als eine Ohrfeige für Scope angesehen werden: Der Richter sparte nicht mit Kritik und sah massive Pflichtverletzungen.

Im Kern sei nicht nachvollziehbar, wie eine Anleihe eines Unternehmens mit einem relativ guten Rating versehen werden könne, obwohl dem Emittenten selbst eine schlechte Bonität attestiert werde.

Dass Bonitätswächter für schlampige Arbeit haften müssen, sollte selbstverständlich sein. Spätestens seit der Finanzmarktkrise haben Ratingagenturen ihre Unschuld verloren, als sie durch gute Ratings für schlechte Produkte Anleger in die Irre führten. Aber Anleger sollten sich aufgrund des Urteils nicht in falscher Sicherheit wiegen. Natürlich ist ein Ratingurteil ein wichtiger Aspekt bei der Investitionsentscheidung. Doch Anleger sollten diesem nicht blind vertrauen.

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    Die Betreibergesellschaft warb seinerzeit mit einer Verzinsung der Anleihe von knapp sieben Prozent. Das ist natürlich verführerisch. Jedem Anleger muss aber immer klar sein, dass mit attraktiven Verzinsungen Risiken kompensiert werden sollen. Noch immer gilt der Grundsatz: je höher die Verzinsung, desto höher das Ausfallrisiko.

    Das sollten Investoren gerade in zinsarmen Zeiten bedenken, in denen die Versuchung steigt. Zudem muss ein Unternehmen, das eine Anleihe begibt, weniger Sicherheiten bieten als für einen Bankkredit.

    Übrigens ist die „MS Deutschland“-Anleihe in guter Gesellschaft. Von den Mittelstandsanleihen, die zwischen 2010 und 2019 begeben wurden, gelten 30 Prozent als leistungsgestört. In der Hoffnung auf hohe Renditen haben viele Anleger Milliarden verbrannt.

    Mehr: Warum Mittelstandsanleihen für Privatanleger riskant sind

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