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Kommentar Datenschutz ist offenbar ein Fremdwort für die Audio-App Clubhouse

Die Plattform ist der neue Trend – und fast jeder will dabei sein. Vielen scheint es egal zu sein, dass sie dabei ihr Adressbuch preisgeben. Das ist fatal.
18.01.2021 - 13:48 Uhr Kommentieren
Bevor die App nach einer Einladung aktiviert wird, verlangt die Anwendung einen Zugriff auf alle Einträge im Adressbuch. Quelle: dpa
Social-Media-App Clubhouse

Bevor die App nach einer Einladung aktiviert wird, verlangt die Anwendung einen Zugriff auf alle Einträge im Adressbuch.

(Foto: dpa)

Das neue Portal Clubhouse ist wie gemacht für die Zeit der Corona-Pandemie. Während Menschen auf Distanz bleiben wollen, erzeugt es das, was gerade besonders fehlt: Nähe – zumindest virtuell. Es erschafft eine intensive Gesprächssituation und ist eine Mischung aus Podcast und Mitmachradio. Zwischen den Räumen zu springen fühlt sich ein bisschen so an, wie auf einer Party zu sein, auf der sich in unterschiedliche Gespräche hineinhören lässt.

Das Potenzial dieser Plattform ist groß. Sie verbindet die Möglichkeiten zum Mitmachten mit einem intensiven Austausch. Nutzer können nicht nur bekannten Gründern und Gründerinnen beim Gespräch lauschen, sie können sich auch direkt melden, um ihnen Fragen zu stellen. Das macht den Reiz aus.

Doch so gut das Konzept oberflächlich funktioniert, so groß sind die Versäumnisse im Umgang mit den Daten der Nutzer. Die Anwendung will Zugriff auf Adressbücher ihrer Anwender haben. Wer Einladungen verschicken will – und die sind entscheidend, denn bislang ist der Zugang nur mit Einladung möglich –, der muss sein Adressbuch freigeben.

Während am Wochenende ein Großteil der wichtigen Gründerinnen und Gründer das Format ausprobiert hat, dürfte die Plattform viele sensible Daten abgegriffen haben. Viele gut gehütete Handynummern dürften nun in den Listen von Clubhouse stehen.

Dabei sehen unsere Datenschutzregeln eigentlich vor, dass eine Erlaubnis nötig ist, bevor Kontaktdaten weitergegeben werden. Gerade wenn per Clubhouse Daten von Geschäftspartnern geteilt wurden, könnte das ein teures juristisches Nachspiel haben – nicht für den Clubhouse-Betreiber Alpha Exploration, sondern auch für die Nutzer, die bedenkenlos ihr Adressbuch preisgegeben haben.

Kein Einschreiten bei Rassismus und Sexismus

Es ist scheinheilig, wenn es auf der einen Seite einen großen Aufschrei darüber gibt, dass der Messenger Whatsapp künftig Daten mit Facebook teilen will und nun die Nutzerschaft in Scharen zu verschlüsselten Alternativen wie Signal und Threema überläuft, aber gleichzeitig viele bedenkenlos ihr intimes Adressbuch preisgeben, um bei Clubhouse dabei sein zu können.

Gleichzeitig steht Clubhouse in den USA in der Kritik, weil die Plattform bislang nicht entschieden gegen Rassismus und Sexismus in den Diskussionen vorgeht. Bislang hält sich die Firma weitgehend aus der Moderation der Gespräche heraus.

Clubhouse sollte dringend umsteuern. Es kann und darf nicht sein, dass Nutzer zum Teilen von Adressbüchern gedrängt werden. Und es sind bessere Konzepte nötig, damit Rassismus und Sexismus nicht auch im deutschen Clubhouse so ein Problem wie in den USA werden.

Mehr: Wie schlimm ist Whatsapps Datenweitergabe an Facebook wirklich?

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