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Kommentar Delivery Hero hat sich verrechnet – und will das nun schönreden

Der Lieferdienst gibt sein großes Jahresziel auf. Offenbar kommt Delivery Hero mit seinem Werbebudget nicht hin, findet dafür aber schöne Worte.
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Der Lieferdienst gibt sein Gewinnziel auf. Quelle: Reuters
Delivery Hero

Der Lieferdienst gibt sein Gewinnziel auf.

(Foto: Reuters)

Der Begriff „Investition“ klingt gut – nach sinnvoller Geldanlage, nach Rendite. Der MDax-Konzern Delivery Hero hat nun sein Ziel, ab Dezember zumindest operativ profitabel zu werden, auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Begründung: Investitionen. 80 Millionen Euro zusätzlich sollen in „Investitionsmöglichkeiten mit attraktiven Renditen“ fließen, wie es bei dem Essens-Lieferdienst heißt.

Doch was sind diese Investitionen? Es geht nicht etwa darum, weitere Konkurrenten aufzukaufen oder neue Länder zu erschließen. Delivery Hero steckt das Geld vor allem in die Werbeschlacht um neue Kunden und neue Restaurants, die ihr Essen ausliefern lassen wollen. Ein Teil des Geldes wandert zudem in die Technik.

Anders gesagt: Das Geld fließt in das Tagesgeschäft von Delivery Hero.

Für Anleger ist nicht wirklich ersichtlich, ob der Konzern schlichtweg nicht mit seinem eigentlich geplanten Marketing-Budget hinkommt und einen kräftigen Nachschlag braucht. Eigentlich sollte mit steigendem Umsatz die Marge quasi von allein in die Gewinnzone steigen. Nun ist der Umsatz sogar stärker gestiegen als prognostiziert, doch offenbar steigen auch die Kosten.

Konzernchef Niklas Östberg argumentiert, die Zusatzausgaben brächten neue Kunden, die immer wieder nachbestellen. Dieser Effekt soll in den kommenden Jahren je 25 Millionen Euro Umsatzplus bringen.

Doch selbst wenn Delivery Hero irgendwann auf eine ordentliche Gewinnmarge kommen sollte: Es würde immer noch viele Jahre dauern, bis sich die Mehrausgabe ausgezahlt hätte.

Dass es ein Jahr nach dem Börsengang nun keine Prognose mehr gibt, wann es Gewinne geben könnte, und trotz des angekündigten Rückzugs aus einer Reihe von Ländern von Frankreich bis Brasilien plötzliche hohe Mehrausgaben anfallen, ist kein gutes Signal. Da hilft es nicht, steigende Marketingausgaben im Konkurrenzkampf als „Investitionen“ aufzuhübschen.

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