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Kommentar Der Airline-Markt braucht Vielfalt bei den Ferienfliegern

Erst Air Berlin, jetzt Germania: Ferien-Airlines haben es schwer. Bleibt aber nur ein starker Spieler übrig, wäre das schlecht für die Branche.
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Aus den Resten der insolventen Airline müsste ein neuer, touristischer Anbieter entstehen. Quelle: dpa
Germania

Aus den Resten der insolventen Airline müsste ein neuer, touristischer Anbieter entstehen.

(Foto: dpa)

Die Information ist interessant. Man führe Gespräche mit Interessenten über mögliche Konstellationen einer Übernahme, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter von Germania, Rüdiger Wienberg, am vergangenen Freitag mit. Können die kleine Ferienfluggesellschaft Germania oder zumindest Teile von ihr doch noch gerettet werden?

Einfach wird das nicht. Konkurrenten sind dabei, sich die wichtigen Verkehrsrechte von Germania zu schnappen. Tuifly füllt die Lücke in Nürnberg, Sundair die in Dresden. Und die Lufthansa-Tochter Eurowings schielt auf die Slots von Germania in Düsseldorf.

Es wird eine Herausforderung für jeden Investor, rund um die Reste von Germania eine Airline für den touristischen Verkehr zu formen. Dabei wäre es nicht schlecht, wenn genau das gelänge. Denn am Markt für Ferienflüge läuft eine Konsolidierung, an deren Ende eine Airline stehen könnte, die zwar nicht alle, aber doch weite Teile des Geschäfts dominiert: Eurowings.

Die Vielfalt, die nicht zuletzt die Reiseveranstalter bei der Wahl ihrer Airline-Partner so schätzen, wäre deutlich eingeschränkt. Und damit auch das Potenzial für Preisverhandlungen.

Es ist eine Gratwanderung. Auf der einen Seite brauchen wir wettbewerbsfähige und finanziell starke Ferienfluggesellschaften. Die Pleiten von Air Berlin und Germania zeigen, wie schwer es ist, in dem hart umkämpften Markt eine wirtschaftlich nachhaltige Position aufzubauen und zu halten.

Der Investitionsstau bei Condor und anderen Thomas-Cook-Airlines, der nun indirekt zum Verkauf der Fluggesellschaften führen könnte, macht wiederum klar, wie wichtig es ist, die notwendigen Mittel für Investitionen etwa in eine moderne Flotte vorzuhalten.

Alles das spricht für Größe. Eine starke touristische Airline hat also Vorteile – auch aus Kundensicht. Die Flotte ist modern, verlässlich und im besten Fall auch noch spritsparend. Und nicht zu vergessen: Das Risiko, dass man am Ende ein wertloses Ticket in der Hand hält, weil der Anbieter die Grätsche gemacht hat, ist deutlich geringer.

Und doch ist Größe nicht das allein ausschlaggebende Ziel. Schon jetzt hat der Markt für Ferienflüge viele relevante Anbieter verloren. Air Berlin war bei Reiseveranstaltern als Partner sehr beliebt. Auch Germania hatte sich hier einen durchaus respektablen Namen erarbeitet.

Mit Condor steht nun ein weiterer klingender Name zur Disposition, auch wenn dieser kaum verschwinden dürfte. Das Touristikgeschäft braucht auf der Airline-Seite Wahlmöglichkeit. Es gilt also, die richtige Balance zwischen Größe und Vielfalt zu finden – keine einfache Aufgabe für die Branche.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Der Airline-Markt braucht Vielfalt bei den Ferienfliegern"

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  • Ryanair mit Laudomotion deckt ebenfalls viele Urlaubsdestinationen ab und kann durchaus als echter Wettbewerber zur Lufthansa-Group mit Eurowings, SunExpress, Edelweiss im Feriensektor gesehen werden.
    Zumindest hier findet ein gewisser Ausgleich statt, damit Preise nicht monopolmässig in den Flughimmel wachsen.