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Kommentar Der Angriff auf die Opec ist ein Beleg für Trumps Nonsens-Politik

Saudi-Arabien droht, Öl künftig nicht mehr in Dollar zu verkaufen. Das würde Amerikas wirtschaftliche und politische Vormachtstellung schwächen.
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Saudi-Arabien kündigte an, es könnte Rohöl und Ölprodukte künftig nicht mehr in Dollar verkaufen. Quelle: dpa
Ölpumpen in Los Angeles

Saudi-Arabien kündigte an, es könnte Rohöl und Ölprodukte künftig nicht mehr in Dollar verkaufen.

(Foto: dpa)

Es ist ein Machtkampf um das wichtigste Schmiermittel der Weltwirtschaft: Erst haben die USA gedroht, die rechtliche Voraussetzung dafür zu schaffen, das Ölkartell Opec wegen Preisabsprachen zu verklagen. Jetzt kontert Saudi-Arabien mit der Ansage, es könnte künftig Rohöl und Ölprodukte nicht mehr in Dollar verkaufen. Wieder einmal manövriert sich der selbst ernannte Dealmaker, US-Präsident Donald Trump, damit in eine mögliche Sackgasse.

Die bisherige Kopplung des Ölpreises an den Dollar hat einen großen Anteil an der ökonomischen Vormachtstellung der USA. Bricht sie auseinander, profitieren davon ausgerechnet jene, die Trump schwächen will: China, Russland und Europa. Trump würde zum Katalysator aller jener Bemühungen, andere Ersatzwährungen neben dem Greenback zu stärken.

Die Abkehr vom Dollar würde nicht nur Amerikas wirtschaftliche Vormachtstellung schwächen, sondern auch die politische: Entziehen sich Produzenten wie Saudi-Arabien, der Iran, Russland, Venezuela und andere der Dollar-Dominanz, verliert Washington nicht nur Milliarden im US-Geldkreislauf, sondern auch die Waffe der Kontrolle über staatliche Finanzen, über Geldflüsse für die Terrorfinanzierung, Geldwäsche und Korruption.

Beim globalen Ölhandel geht es zu aktuellen Preisen um 2,5 Billionen Dollar. Das sind zwischen zwei und drei Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts – plus noch einmal das Doppelte für Ölderivate. Und darin sind die milliardenschweren Kredite, Anleihen und Investitionen rund um die Ölkonzerne nicht einberechnet.

Ebenso wenig die gut eine Billion Dollar, die allein Saudi-Arabien in den USA investiert hat, oder die 160 Milliarden Dollar, die Riad – das seine Währung Rial an den Dollar gekoppelt hat – in US-Staatsanleihen gebunkert hat.

Für Trumps Ziel, den benzinhungrigen SUVs und Industrien billigen Treibstoff zu bescheren, wäre eine Klage gegen die Kartellpreise daher kontraproduktiv. Aber es darf auch hinterfragt werden, ob Trumps Öl-Politik überhaupt sinnvoll ist für ein Land, das zum größten Öl- und Gasexporteur werden will.

Man kann den Namen des angedachten US-Gesetzes gegen das Ölkartell – Nopec – ja für ein gelungenes Wortspiel halten. Vor allem aber ist der No Oil Producing and Exporting Cartels Act ein Beleg für Trumps Nonsens-Politik.

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