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Kommentar Der Aufschwung ist nicht immun gegen Covid-19

Die Konjunkturentwicklung zeigt: Die Wirtschaft kann nur dann kräftig wachsen, wenn die Pandemie unter Kontrolle bleibt. Das sollte auch ohne Lockdown möglich sein.
14.10.2020 - 16:10 Uhr Kommentieren
Seit Mitte September hat in den Großstädten wieder ein exponentielles Wachstum der Corona-Infektionszahlen eingesetzt. Quelle: dpa
Fußgängerzone in Stuttgart

Seit Mitte September hat in den Großstädten wieder ein exponentielles Wachstum der Corona-Infektionszahlen eingesetzt.

(Foto: dpa)

Der Aufschwung verliert an Schwung. Das stellen nicht allein die fünf wichtigsten Wirtschaftsforschungsinstitute für Deutschland fest, sondern auch der Internationale Währungsfonds (IWF) für die ganze Welt

Überall war in diesem Frühjahr der Absturz in die Rezession dramatisch. Und überall zeigt sich, dass der Konjunkturverlauf sehr eng mit dem Corona-Geschehen verknüpft geblieben ist.

Je härter und je länger der Lockdown in einem Land dauerte, desto tiefer stürzte das Bruttoinlandsprodukt ab. Je stärker die Infektionszahlen nach der ersten Welle in einem Land sanken, desto stärker war der Wiederaufschwung. Und überall da, wo Begegnungen von Menschen im echten Leben jetzt wieder eingeschränkt werden müssen, gerät der Aufschwung ins Stocken. 

Dass Deutschland im internationalen Vergleich bis September relativ gut durch die Krise gekommen ist, zeigten sowohl die Infektionszahlen als auch die Wirtschaftsdaten: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war zwar im zweiten Quartal, in dem die Infektionszahlen explodiert waren, um brutale 9,7 Prozent eingebrochen.

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    Aber es erholte sich danach schneller als erwartet, im dritten Quartal voraussichtlich um mehr als sechs Prozent. Vor allem, weil die Pandemie unter Kontrolle war.

    Wirklich wirksame Corona-Maßnahmen müssen auch durchgesetzt werden

    Das BIP hat inzwischen über 90 Prozent der Vorkrisenzeit wieder erreicht – dieser Kennzahl zufolge scheint die Pandemie also fast überstanden. Dennoch steht der Aufschwung auf wackeligen Füßen. Politik und Gesellschaft muss es daher gelingen, das Virus in Schach zu halten – damit die Wirtschaft nicht wieder zusammenbricht.

    Solange die Inzidenz unter 35 Infizierten pro Woche auf 100.000 Einwohner lag, gab es wenig Probleme. Seit Mitte September aber hat in den Großstädten wieder ein exponentielles Wachstum der Infektionszahlen eingesetzt. 

    Es müsste möglich sein, die Ansteckungszahlen diesmal ohne kompletten Lockdown nach unten zu bringen. Dafür aber müssen Kanzlerin und Ministerpräsidenten die wirklich wirksamen Maßnahmen – wie Masken- und Abstandspflicht, keine Partys, viele Tests – nicht nur beschließen, sondern auch durchsetzen.

    Beherbergungsverbot schadet nur

    Fast genauso wichtig ist es, wirkungslose Einschränkungen wie das inländische Beherbergungsverbot sein zu lassen: Es schadet nicht nur den Hoteliers, sondern vielerorts allen reisenden Geschäftsleuten vieler anderer Branchen gleich mit.

    Dass der Aufschwung stockt, ist noch lange kein Grund zur Panik. Bisher zeigen wichtige Wirtschaftsdaten weiterhin aufwärts. Der unerwartete Rückgang der Industrieproduktion im August lag an verspäteten Werksferien der Automobilhersteller, die sich inzwischen auch aus der Krise arbeiten. 

    Ja, die Wirtschaftslage ist schwierig. Aber sie ist sehr weit davon entfernt, hoffnungslos zu werden. 

    Mehr: Top-Ökonomen sehen in ihrer Herbstprognose nur noch wenig Schwung im Aufschwung


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