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Kommentar Der Autoindustrie droht die nächste Glaubwürdigkeitskrise bei Plug-in-Hybriden

Bei Hybrid-Autos zeichnet sich eine Kluft zwischen Prüfstands- und Straßenwerten ab. Die Industrie sollte dafür sorgen, dass sie regelmäßig im E-Modus fahren.
07.01.2020 - 04:00 Uhr 3 Kommentare
Plug-in-Hybride sind nach der Papierform wunderbar saubere Fahrzeuge. Quelle: dpa
Plug-in-Hybrid von BMW

Plug-in-Hybride sind nach der Papierform wunderbar saubere Fahrzeuge.

(Foto: dpa)

Die Automobilhersteller müssen aufpassen. Die Dieselaffäre hat die Branche in die Defensive gedrängt. Der Abgasskandal hat mit großer Schonungslosigkeit die enormen Unterschiede der Emissionswerte zwischen Zulassungstests auf dem Prüfstand und im Realbetrieb auf der Straße offengelegt. Einigermaßen sauber waren die Diesel nur im Test, im echten Leben sahen sie nicht gut aus.

Deshalb legte sich die Automobilindustrie in der Folge darauf fest, die Test- und die Straßenwerte einander anzugleichen. In einigen Jahren wird es kaum noch Unterschiede geben, dann dürften moderne Diesel auch unter Alltagsbedingungen ziemlich sauber sein. Die Hersteller haben verstanden, dass sie sich Schein-Emissionswerte wie in der Vergangenheit kein weiteres Mal erlauben dürfen.

Eigentlich. Denn trotz aller Beteuerungen zeichnet sich bei einer Fahrzeugklasse wieder eine tiefe Kluft zwischen Prüfstands- und Straßenwerten ab. Dieses Mal sind es die Plug-in-Hybride, die gerade Zulassungsrekorde erreichen.

Plug-in-Hybride sind nach der Papierform wunderbar saubere Fahrzeuge. Ein theoretischer Durchschnittsverbrauch von zwei Litern ist klar besser als bei jedem Diesel oder bei jedem Benziner. Diese Rechnung geht aber nur dann auf, wenn die Hybride auch wirklich elektrisch gefahren werden. Bis der Stromvorrat aufgebraucht ist.

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    Doch dafür gibt es keine Garantie. Wenn gerade keine Ladesäule in der Nähe ist, dann ist es aus Sicht eines Fahrers bequemer, gleich auf den Benzin- oder Dieselmotor umzuschalten. Der tolle Durchschnittsverbrauch bleibt dann graue Theorie. Der Automobilindustrie droht nach dem Diesel bei den Plug-in-Hybriden die nächste Glaubwürdigkeitskrise.

    Deshalb sollte die Industrie aus eigenem Interesse dafür sorgen, dass die Hybride auch regelmäßig im Elektromodus fahren. Technisch geht das, die Hersteller können entsprechende Vorrichtungen in den Fahrzeugen einbauen. Sie müssen es nur wollen.

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    3 Kommentare zu "Kommentar: Der Autoindustrie droht die nächste Glaubwürdigkeitskrise bei Plug-in-Hybriden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es kommt extrem auf den Einsatzzweck an. z.B. Dienstwägen werden steuerlich stark gefördert, machen einen Großteil der Hybride aus. Nun wird aber der Sprit vom Arbeitgeber gezahlt, dem Fahrer ist es egal, womit sein Wagen angetrieben wird. Aus praktischen Gründen wohl meistens mit dem Verbrenner. Diese Autos schleppen dann aber noch das extra Gewicht des Hybridantriebs mit herum, verbrauchen auf der Autobahn (wo wohl die meisten Dienstwägen unterwegs sind) also mehr Kraftstoff als ein reiner Verbrenner.
      Die Frage ist, wie weit man das den Herstellern vorwerfen kann. Die Messzyklen werden ja nun mal maßgeblich von der Autoindustrie beeinflusst. Von daher erscheint mir das schon wieder wie ein hausgemachtes Problem. Ich sehe schon 3t SUV Monster mit 0g CO2 Ausstoß laut Prüfstand, die Batterie muss nur groß genug sein.

    • @ Herr Matthias Moser 07.01.2020, 08:52 Uhr- Doch ich finde das man der Industrie das wohl vorwerfen kann. Es wird über Ethik und Compliance diskutiert und diese extrem forciert. Gleichzeitig sich aber aus der moralischen Verpflichtung zu stehlen weil es keine verschärfte Vorschrift gibt ist scheinheilig. Nur weil ein Spielraum besteht muss man diesen nicht immer zum negativen nutzen. Es wäre fatal wie im Bauwesen zu enden wo es 20.000 Vorschriften gibt und Genehmigungsverfahren sich endlos hinziehen. Ich finde es auch verwunderlich das man das GPS noch nicht mit dem Geschwindigkeitsmesser verbunden hat und somit bei allen neuen Fahrzeugen gewährleistet das man in der Stadt nicht schneller als 50km/h fahren kann. Aber so viel zu Regeln und Regelungen.

    • Die fiktiven Verbrauchswerte sind von den Behörden so definiert. Man kann der Industrie ehrlicherweise nicht vorwerfen, diese vorschriftsgemäß zu nutzen. Natürlich hat sich an den Verbräuchen im klassischen Fahrmodus nichts geändert. Allerdings sind Hybride im Kurzstreckenverkehr höchst sinnvoll, weil der Verbrenner praktisch nie anspringt (ich rede da aus Erfahrung). Nur muß man den Akku natürlich möglichst immer laden. Aber daran gewöhnt man sich schnell.

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