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Kommentar Der Bauboom wird nach der Coronakrise zurückkommen

Krisenstimmung ist die deutsche Baubranche nicht mehr gewohnt. Dabei bieten sich dadurch auch Chancen für jene Unternehmen, die die Krise überleben.
15.06.2020 - 16:03 Uhr Kommentieren
Gewerbliche Bauprojekte wie die Tesla-Fabrik in Brandenburg werden wegen der Coronakrise immer seltener. Quelle: dpa
Bauarbeiten an Teslas Gigafactory

Gewerbliche Bauprojekte wie die Tesla-Fabrik in Brandenburg werden wegen der Coronakrise immer seltener.

(Foto: dpa)

Es klingt wie der Vorbote eines dramatischen Absturzes: Nach einem Jahrzehnt des Booms schlittert die Bauindustrie wegen der Corona-Pandemie immer stärker in die Rezession. Statt kontinuierlichen Wachstums wie in den vergangenen Jahren peilt die Branche für 2020 eine Nullrunde an – bestenfalls, wie der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes nicht müde wird zu betonen. Experten rechnen daher mit einer Konsolidierungswelle – und in einigen besonders schweren Fällen sogar mit Insolvenzen.

Auch wenn eine Marktbereinigung immer schmerzhaft ist, so ist sie im Fall der Bauindustrie doch geboten. Zwar sind die Kapazitäten der Unternehmen vor allem in Deutschland seit Jahren mehr als ausgelastet. Doch viele Baufirmen arbeiteten trotz des mittlerweile mehr als zehn Jahre anhaltenden Booms am Rande der Profitabilität. Das hemmt Innovationen, die im Moment vor allem von den großen und profitstarken Unternehmen vorangetrieben werden – weniger von den kleineren Mittelständlern, die hierzulande die Branche prägen.

So kommt eine aktuelle Auswertung der Unternehmensberatung McKinsey zu dem Schluss, dass die 2500 weltweit größten Firmen der Branche seit 2013 ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung um satte 77 Prozent gesteigert haben. Gleichzeitig mischen zunehmend Start-ups mit, die mit viel Risikokapital ausgestattet auf den Markt drängen. Allein zwischen 2012 und 2018 wuchs die Zahl der Finanzierungsrunden für die Jungunternehmen der Branche um 30 Prozent pro Jahr.

Auch ohne Corona wäre es für die in Deutschland stark mittelständisch geprägte Branche also zunehmend eng geworden. Rettung verspricht in dieser Gemengelage allein die Flucht nach vorn.

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    Nur mit Investitionen in Digitalisierung und neue Fertigungsverfahren lässt sich noch Effizienzpotenzial heben. Und nur damit lässt sich die Profitabilität der Branche, die im globalen Schnitt eine Ebit-Marge von gerade einmal fünf Prozent erzielt, auch langfristig erhöhen.

    Denn an der Nachfrage liegt es nicht – und daran wird es auch nach dem Abflauen der Corona-Pandemie nicht mangeln. Megatrends wie wachsende Großstädte, eine alternde Gesellschaft und eine zunehmende Vereinzelung der Wohnverhältnisse werden die Krise überleben – ebenso wie jene Firmen, die ihr Geschäftsmodell frühzeitig digitalisiert und standardisiert haben.

    Steigende Effizienz könnte dann womöglich ein weiteres Problem der Branche lösen, nämlich das der knappen Kapazitäten. Denn wer mit geringerer Mannstärke mehr bauen kann, schafft damit nicht nur eine höhere Profitabilität, sondern auch gleichzeitig ein größeres Angebot. Das kommt am Ende auch den Bauherren zugute.

    Mehr: Nach einem Jahrzehnt des Booms trifft die Coronakrise nun auch die Bauindustrie.

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