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Kommentar Der Beschluss der Opec plus ist eine Niederlage für Saudi-Arabien

Trotz Drohungen konnte sich der saudische Ölminister bei den Opec-Verhandlungen nicht durchsetzen. An den Märkten könnte es nun turbulent zugehen.
04.12.2020 - 15:01 Uhr Kommentieren
Dem saudischen Ölminister gelang es nicht, bei den jüngsten Opec-Verhandlungen seine Vorstellungen durchzusetzen. Quelle: via REUTERS
Prinz Abdulaziz bin Salman

Dem saudischen Ölminister gelang es nicht, bei den jüngsten Opec-Verhandlungen seine Vorstellungen durchzusetzen.

(Foto: via REUTERS)

Frankfurt Wenn es um die strategische Ölförderpolitik des Opec-Kartells geht, beansprucht Saudi-Arabien eine Führungsrolle. Kein Wunder: Ddas Königreich produziert weit mehr als jedes andere Opec-Mitglied. Und die Drohung, die Märkte mit billigem saudischem Öl zu fluten, hat bisher noch jeden Abweichler zur Räson gebracht. Daher wird auf den Opec-Gipfeln meist entschieden, was Saudis und Russen in bilateralen Gesprächen aushandeln.

Nicht so diesmal: Saudi-Arabien konnte sich nicht mit seiner Forderung durchsetzen, die bis Jahresende geltenden strengen Produktionsquoten um einige Monate zu verlängern. Der als Befürworter einer strikten Förderbegrenzung geltende Ölminister Prinz Abdulaziz bin Salman musste bei den Opec-plus-Verhandlungen in dieser Woche eine Niederlage verkraften. Für künftige Opec-Verhandlungen und die globalen Ölmärkte bedeutet das: Es könnte turbulent werden.

Der nun beschlossene Deal sieht vor, dass die 23 Länder umfassende Öl-Allianz Opec-plus im neuen Jahr 500.000 Fass Öl zusätzlich fördert. Zwar haben die Durchbrüche bei der Impfstoffentwicklung auch die Hoffnung auf ein vollständiges Comeback der Ölnachfrage angeheizt. Doch noch immer liegt der interkontinentale Flugverkehr wegen der Pandemie am Boden, und in den USA und in Europa sind die Infektions- und Todeszahlen weiterhin hoch.

In diesem Umfeld wollten die Saudis vermeiden, mit einer erhöhten Ölproduktion die Erholung des Marktes abzuwürgen. Doch nicht nur die Krisenstaaten Nigeria und der Irak waren dagegen. Mit den Vereinigten Arabischen Emiraten stellte sich ein enger Verbündeter aus der Gruppe der Golfstaaten gegen die strikte Förderpolitik der Saudis. Selbst ein angedrohter Rücktritt bin Salmans aus einem Opec-Gremium konnte daran nichts ändern.

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    In diesem Umfeld fiel es auf Russland, das die Gruppe der Nicht-Opec-Mitglieder innerhalb der breiteren Öl-Allianz anführt, eine Ausweitung der Ölproduktion durchzudrücken. Zudem könnte es Saudi-Arabien jetzt noch schwerer fallen, die Einhaltung der Förderquoten von notorischen Schummlern wie dem Irak oder Nigeria durchzusetzen.

    Kurzfristig ergeben sich dadurch Risiken an den Ölmärkten: Sollte ein US-Präsident Joe Biden neue Kontaktbeschränkungen in den USA einführen oder sich die Verteilung des Impfstoffs verzögern, könnte die Ölnachfrage einen neuen Dämpfer erleiden, während gleichzeitig mehr auf den Markt gespült wird. Auch die monatlichen Beratungen der Ölexporteure könnten für neue Nervosität sorgen. Dem Ölmarkt könnte ein ereignisreicher Jahreswechsel bevorstehen.

    Mehr: Ölpreis nähert sich nach Opec-Deal der 50-Dollar-Marke.

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