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Kommentar Der Betrugsfall Hendrik Holt verschärft die Krise der Windbranche

In die deutsche Windenergie wird ohnehin kaum investiert. Das ein Hochstapler nun mutmaßlich Konzerne hinters Licht geführt hat, schadet der Industrie enorm.
16.05.2020 - 09:52 Uhr Kommentieren
Im europäischen Vergleich liegt die Bundesrepublik bei Investitionen in neue Windparks nur noch auf Platz 14. Quelle: dpa
Windrad in Brandenburg

Im europäischen Vergleich liegt die Bundesrepublik bei Investitionen in neue Windparks nur noch auf Platz 14.

(Foto: dpa)

Die Geschichte um den angeblichen Windpark-Betrug rund um Hendrik Holt liest sich wie ein Krimi. Aber sie könnte mehr Schaden hinterlassen als ein paar geprellte Investoren. Denn die Unternehmen, die in den Fall involviert sein sollen, sind keine Unbekannten und auch keine kleinen.

Sowohl der tschechische Staatskonzern CEZ als auch der schottische Versorger SSE haben Anzahlungen für Windprojekte geleistet, die es nie gegeben haben soll. Wie konnte ein junger Mann mit vermutlich erfundenem Doktortitel Milliardenkonzerne so hinters Licht führen?

Genau diese Fragen werden sich jetzt wohl auch viele andere potenzielle Investoren stellen. Wenn selbst Konzerne wie CEZ und SSE Dutzenden hoch dotierter Anwälte dem vermeintlichen Hochstapler nicht auf die Schliche gekommen sind, könnte das für große Verunsicherung sorgen.

Und das, wo der einstige Windweltmeister momentan ohnehin kein besonders attraktives Ziel für Investoren ist. Zu viele Unsicherheiten wie eine drohende Abstandsregelung, jahrelanger Genehmigungsstau und zunehmender Protest in der Bevölkerung sind gerade für institutionelle Anleger keine besonders reizvolle Aussicht.

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    Das macht sich auch in den Zahlen bemerkbar. Im europäischen Vergleich liegt die Bundesrepublik bei Investitionen in neue Windparks nur noch auf Platz 14. Gerade mal 250 Millionen Euro wurden 2019 hierzulande investiert. Wenn sich nicht bald etwas ändert, könnte der mutmaßliche Betrugsfall um die Holt-Gruppe weitere Einschnitte zur Folge haben.

    Vor Betrug ist keine Branche gefeit. Aber wenigstens an den anderen Stellschrauben könnte die Politik langsam mal drehen. Zum Beispiel an der Vereinfachung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Denn eins ist doch klar: Je kürzer die Zeit zwischen Investition und tatsächlichem Bau eines Windparks, desto weniger Möglichkeiten gibt es sich mit den gefälschten Unterschriften einzelner Bürgermeister unbescholten aus dem Staub zu machen.

    Mehr: Vom Adlon in die JVA: Wie ein 30-Jähriger europäische Energiekonzerne betrogen haben soll

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