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Kommentar Der Börsengang von Siemens Energy ist eine Chance für die Abgehängten

Siemens hält trotz aller Turbulenzen an seinen Börsenplänen fest. Für den Optimismus gibt es gute Gründe, denn die langfristige Perspektive stimmt.
26.05.2020 - 19:39 Uhr Kommentieren
Der Börsengang erlaubt einen Neuanfang. Quelle: dpa
Siemens in Görlitz

Der Börsengang erlaubt einen Neuanfang.

(Foto: dpa)

Der geplante Börsengang der Energietechnik von Siemens steht bislang unter keinem besonders guten Stern. Die Geschäfte laufen schlecht, die weltweiten Proteste gegen die kleine Siemens-Beteiligung am Adani-Kohleprojekt in Australien rüttelten an der Reputation, und das Börsenumfeld ist in Zeiten von Corona denkbar unsicher. Kein Wunder, dass der Conti-Konzern in einer ähnlichen Situation seine Pläne für einen Teilbörsengang der Antriebssparte auf Eis gelegt hat. Krisen sind nicht die Zeit für Experimente.

Und doch ist es nachvollziehbar, dass Siemens bislang unbeirrt an den Teilungsplänen festhält. Das liegt zum einen am gewählten Modell: Der Konzern von Vorstandschef Joe Kaeser muss die Anteile an der neuen Siemens Energy nicht im Rahmen eines klassischen IPOs an Investoren verkaufen. Die Aktien werden im Rahmen eines Spinoffs in die Depots der Aktionäre der Siemens AG gebucht.

Vor allem aber würde eine Verschiebung der Pläne nur zu einer weiteren Phase der Verunsicherung bei den Mitarbeitern führen. Die haben schon schwere Zeiten hinter sich. In den vergangenen Jahren wurden vor allem in der Kraftwerkssparte tausende von Arbeitsplätzen abgebaut.

Dabei büßten die Beschäftigten zumindest teilweise auch für Fehler im Management. So hatte Siemens zu spät auf den Trend zu kleineren, dezentralen Lösungen in der Energieversorgung reagiert. So bekam der Konzern den Markteinbruch bei großen Gasturbinen mit voller Wucht zu spüren.

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    Trotz allem Stellenabbaus: Gut sind die Zahlen im Energiegeschäft noch immer nicht. In den nächsten Jahren würde die Restrukturierung als Teil der Siemens AG weitergehen. Investments in das margenschwache Geschäft wären nur wenig attraktiv, wenn gleichzeitig zum Beispiel bei den Digitalen Industrien zweistellige Renditen winken.

    Es fehlt ein starker Konzern im Rücken

    Ganz aufgeben will den Abspaltungsplan derzeit niemand in der Siemens-Führung. Daher würde die Sparte bei einer Verschiebung der Pläne nur ein weiteres Jahr als nicht fortgeführtes Geschäft in der Luft hängen. Damit aber ist niemandem gedient, weder den Beschäftigten noch dem Kapitalmarkt.

    Doch wenn Siemens Energy nun gut kapitalisiert in die Unabhängigkeit geschickt werden, gibt es erstmals wieder eine echte Zukunftsperspektive. Das neue Unternehmen bewegt sich ja nicht in einer sterbenden Industrie, im Gegenteil. Der Bedarf nach sicherer und nachhaltiger Energieversorgung wächst. Kein Unternehmen hat dafür so ein breites Portfolio wie Siemens Energy, vom Stromnetz über das Gaskraftwerk bis zum Windrad.

    Natürlich bleibt die Aufspaltung ein großes Wagnis. Der Börsenkurs der neuen Siemens Energy wird lange Monate unter Druck stehen, weil viele Siemens-Aktionäre nicht im Energiegeschäft investiert bleiben wollen werden. Zudem fehlt künftig ein starker Konzern im Rücken.

    Beim Start könnte dem Unternehmen helfen, dass Joe Kaeser Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens Energy wird. Denn er hat ein Interesse daran, dass beide Teilkonzerne zukunftsfähig sind: Die alte Siemens AG, deren Führung er im Lauf der kommenden Monate an Vize Roland Busch übergibt. Und die neue Siemens Energy, die er als Chefkontrolleur durch die schwierige Startzeit begleitet.

    Mehr: Siemens Energy geht mit roten Zahlen an die Börse.

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