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Kommentar Der Bonus für den Thyssen-Krupp-Vorstand ist gerechtfertigt

Die Sonderzahlung an den Vorstand des Ruhrkonzerns sorgt für Kritik. Dabei verkennt der reine Blick auf die Zahlen die Leistung des Führungsgremiums.
08.12.2020 - 11:50 Uhr 3 Kommentare
Gute Zahlen hat der Thyssen-Krupp-Vorstand nicht geliefert – dafür aber ein ambitioniertes Restrukturierungsprogramm gestartet, wie der Konzern es bislang noch nicht gesehen hat. Quelle: imago images/Jochen Tack
Konzernzentrale in Essen

Gute Zahlen hat der Thyssen-Krupp-Vorstand nicht geliefert – dafür aber ein ambitioniertes Restrukturierungsprogramm gestartet, wie der Konzern es bislang noch nicht gesehen hat.

(Foto: imago images/Jochen Tack)

Mit einer Sonderzahlung an den Vorstand hatte der Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp in der vergangenen Woche für viel Aufsehen und noch mehr Kritik gesorgt. Wie kann es sein, dass der Industriekonzern auf der einen Seite fast 5,6 Milliarden Euro im laufenden Geschäft verliert – aber auf der anderen Seite die ohnehin schon millionenschweren Vorstandsgehälter mit einem Bonus aufstockt, wo doch alle finanziellen Ziele meilenweit verfehlt wurden?

Diese Frage dürften sich nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Aktionäre gestellt haben, die bei der anstehenden Hauptversammlung im Februar einer Nullrunde zustimmen sollen. Denn auch wenn der Industriekonzern mit dem Verkauf seiner Aufzugsparte eine Rekordsumme von mehr als 17 Milliarden Euro eingenommen hatte, bleibt die finanzielle Lage angespannt. Wegen der anhaltenden Restrukturierung wird die Bilanz des Ruhrkonzerns auch im nächsten Jahr tiefrot ausfallen.

Vor diesem Hintergrund ist die Sonderzahlung für den Vorstand wohl weniger als Vergütung bisheriger Erfolge, sondern eher als eine Art Vertrauensvorschuss zu sehen. Denn zweifelsohne sind die Aufgaben, die Vorstandschefin Martina Merz und ihren Kollegen bevorstehen, von historischem Ausmaß.

Eine Vergütung, die sich allein an finanziellen Kennzahlen wie dem Betriebsergebnis, Kapitalfluss oder Rentabilität orientiert, kann einem so umfassenden Restrukturierungsprozess, wie ihn Thyssen-Krupp derzeit durchlebt, kaum Rechnung tragen. Das gilt auch für den sehr erfolgreichen Verkaufsprozess der Aufzugsparte, den Merz maßgeblich mitgestaltet hatte. Vor diesem Hintergrund wirkt die Zahlung, die sich auf ein gutes Drittel der insgesamt vereinbarten erfolgsabhängigen Vergütung beläuft, eher bescheiden.

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    Hinzu kommt, dass der Konzern an alle Führungskräfte der darunterliegenden Ebenen ebenfalls Boni ausgezahlt hat, die sich gemäß dem allgemeinen Vergütungssystem des Konzerns nicht nur am Unternehmenserfolg, sondern auch an der individuellen Leistung bemessen. Mittlerweile hat der Aufsichtsrat die Vorstandsvergütung an diese Regeln angepasst – eine richtige und einstimmige Entscheidung, die auch die Arbeitnehmervertreter im Kontrollgremium mitgetragen haben.

    Denn dass Merz und Co. im abgelaufenen Geschäftsjahr eine schlechte Arbeit abgeliefert hätten, würde wohl keiner in der Belegschaft behaupten – auch wenn der reine Blick auf die Zahlen das im ersten Moment nicht verrät.

    Mehr: So verteidigt Thyssen-Chefkontrolleur Russwurm die Sonderzahlung an den Vorstand

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    3 Kommentare zu "Kommentar: Der Bonus für den Thyssen-Krupp-Vorstand ist gerechtfertigt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Thyssen verramscht die Aufzugsparte - der Vorstand erhält schöne Boni? WAHNSINN!

    • Vorstandssonderbonus für 5,6 Milliarden Verlust als eine Art Vertrauensvorschuss zu sehen - das muss ich mir merken. 😊

      Als ehemaliger Aktionär von Thyssen Krupp, mein Empfinden:

      Kursverluste seit Jahren.
      Zu schwach für eine Kapitalerhöhung.
      Gute Leute rausgeekelt (Hiesiger und Schierenbeck).
      Cashcow und Technologie verkauft (Thyssen Elevator).
      Verkaufserlös, 17 Mrd. wird für Renten und Schuldentilgung verwendet.
      Weiteres Tafelsilber wird verkauft.
      Dann auch noch um Staatsbeteiligung bitten.

    • @ H. Knitterscheidt,
      von welcher L E I S T U N G des Führungsgremiums sprechen und schreiben Sie ?

      Timeo Danaos et dona ferentes,
      Fürchte Deinen Feind, der Dir Geschenke macht.
      Volksweisheit

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