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Kommentar Der Bonusverzicht ist nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung

Bei der Deutschen Bank gibt es weniger Boni und kürzere Vertragslaufzeiten für die Vorstandsriege. Beide Entscheidungen sind wichtig.
29.01.2020 - 19:15 Uhr Kommentieren
Der Vorstand der Deutschen Bank wird für 2019 auf rund die Hälfte der Boni verzichten. Quelle: Bloomberg
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing

Der Vorstand der Deutschen Bank wird für 2019 auf rund die Hälfte der Boni verzichten.

(Foto: Bloomberg)

Der Aufsichtsrat und der Vorstand der Deutschen Bank haben am Mittwoch zwei bemerkenswerte Entscheidungen getroffen. Zum einen halbiert sich der Bonuspool des Vorstands, vor allem deshalb, weil die aktuelle Führungsriege auf eine Extravergütung für ihre individuellen Leistungen verzichtet. Zum anderen wurden die Vorstandsverträge des Finanzvorstands und des Risikovorstands nur um drei Jahre verlängert – und nicht um die bislang bei der Bank typischen fünf Jahre. Beide Entscheidungen sind ein wichtiges Signal.

In einem Jahr, in dem die Deutsche Bank Milliardenverluste ausweist und sich von mehreren Tausend Mitarbeitern trennt, wären hohe Boni ein Affront, egal welche individuellen Ziele einzelne Vorstände erreichen konnten. Die individuelle Bonuskomponente macht über den Daumen gepeilt ein knappes Drittel des gesamten Zielbonus aus.

Deshalb ist es ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, dass sich der Bonustopf im Vergleich zum Vorjahr in etwa halbieren soll.

Ein Totalverzicht wäre angesichts der Lage der Bank dennoch besser gewesen. Denn nun stehen einem Milliardenverlust Bonuszahlungen an den Vorstand in zweistelliger Millionenhöhe gegenüber. Dass ein Großteil dieses Bonus erst zeitverzögert ausgezahlt wird, tröstet da nur bedingt.

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    Und wenn die Strategie der Bank in den nächsten Jahren aufgehen sollte, kommt auch wieder der Zeitpunkt, an dem Extra-Zahlungen nicht mehr so befremdlich wirken. Die Aktionäre der Deutschen Bank sollten deshalb noch einmal die Vergütungssysteme des Instituts unter die Lupe nehmen.

    Natürlich ist es keine Lösung, die Vorstandsboni allein an Gewinn- oder Renditekennziffern auszurichten. Wie fatal sich das auswirken kann, hat die Vergangenheit der Deutschen Bank ja gezeigt. Aber so, wie Aktiengesellschaften in Verlustjahren keine Dividenden auszahlen sollten, sollten sie auch keine Boni für die Führungsriege ausschütten. Sind die Verluste tatsächlich nur ein Ausreißer, ist ein Verzicht schließlich kein Problem.

    Uneingeschränkt begrüßenswert ist aber eine andere Entwicklung bei der Deutschen Bank. Die Zeit, in der Vorstandsverträge ab der ersten Verlängerung eine Laufzeit von fünf Jahren bekamen, scheint vorbei. Die Verträge für Finanzvorstand James von Moltke und Risikochef Stuart Lewis wurden um „nur“ drei Jahre verlängert.

    Früher war es üblich, dass nur der Erstvertrag eines Vorstands drei Jahre betrug und der Manager danach für fünf Jahre verpflichtet wurde. Dieses Vorgehen raubt Aktiengesellschaften aber die Möglichkeit, sich von Vorständen zu trennen, ohne dass große Abfindungen fällig werden.

    Mehr: Die Deutsche Bank legt am Donnerstag ihre Zahlen für 2019 vor. Auf diese fünf Punkte sollten Deutsche-Bank-Aktionäre achten.

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