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Kommentar Der Brexit wird Banken in Deutschland zu Fusionen zwingen – gut so

Der Fusionsdruck in Deutschland wächst. Das ist gut für den Finanzplatz Frankfurt. Die Stadt könnte zum kontinentaleuropäischen Drehkreuz werden.
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Der Finanzplatz Frankfurt könnte durch Fusionen gestärkt werden. Quelle: dpa
Frankfurter Skyline

Der Finanzplatz Frankfurt könnte durch Fusionen gestärkt werden.

(Foto: dpa)

Es ist ein Thema, bei dem es von argumentativen Allgemeinplätzen wimmelt: Fusionen von Banken sind „kein Allheilmittel“, oft stehen die Beteiligten vor einer „sehr komplexen Herausforderung“ bei der Integration, und als Ergebnis wird zumeist aus „zwei Kranken kein Gesunder“.

Doch wer die klischeehaften Denkmuster und schiefen Sprachbilder hinter sich lässt und auf die Fakten schaut, sieht: In nicht wenigen Fällen kann es vor allem für kleinere Geldhäuser sinnvoll sein zu fusionieren. Dadurch können sie die Kosten senken, zielgerichteter investieren und an Marktmacht gewinnen. Und Deutschland mit seinen gut 1.580 Banken hat hier trotz zahlreicher Fusionen in den vergangenen Jahrzehnten immer noch einen großen Nachholbedarf.

Nach der Finanzkrise wurden unter Aufsehern und Politikern Fusionen oft kritisch gesehen, weil man nicht noch größere und scheinbar risikoreichere Banken haben wollte. Doch vor allem in Ländern mit kleinteiligen Bankstrukturen wie Deutschland wächst eine andere Einsicht. Das Problem heißt nicht mehr: zu groß, um scheitern zu dürfen („too big to fail“). Sondern es heißt: zu klein, um zu überleben.

In Zeiten, in denen Banken harte regulatorische Auflagen einhalten, mit Negativzinsen klarkommen und im Kampf mit Big Techs und Fintechs hohe Investitionen in digitale Produkte stemmen müssen, sind viele kleine Häuser überfordert.

Hinzu kommt: Schon heute ist der Wettbewerbsdruck im hiesigen Bankgewerbe extrem hoch. Ein Trend, der sich verschärfen wird, weil dank des Brexits noch mehr Auslandsbanken ihre Zelte in Deutschland aufschlagen oder bestehende Aktivitäten vergrößern.

Der neue Wettbewerb ist aber nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil: Er wertet den Finanzplatz Frankfurt auf. Dieser wird dank der zunehmenden Internationalität immer mehr zum kontinentaleuropäischen Drehkreuz der Branche. Um sich in diesem Umfeld zu behaupten, sollten sich noch mehr der hiesigen Banken zusammenschließen.

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