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Kommentar Der Chefwechsel bei Goldman Sachs ist ein Musterbeispiel für eine vorbildliche Übergabe

Der Stabwechsel an der Spitze der US-Investmentbank ist reibungslos verlaufen. Andere Institute sollten sich an Goldman Sachs ein Beispiel nehmen.
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Der Ex-Chef hatte keine einfache Zeit an der Spitze von Goldman Sachs. Jetzt hat er das Zepter an Nachfolger David Solomon übergeben. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Lloyd Blankfein

Der Ex-Chef hatte keine einfache Zeit an der Spitze von Goldman Sachs. Jetzt hat er das Zepter an Nachfolger David Solomon übergeben.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Einer der Granden der globalen Bankenszene tritt ab: Anfang der Woche hat Vorstandschef Lloyd Blankfein sein Zepter bei Goldman Sachs an seinen Nachfolger David Solomon abgegeben. Blankfein hatte die Investmentbank zwölf Jahre lang geführt. Viele davon waren von der Finanzkrise geprägt, in der das Wall-Street-Haus und er persönlich zum Sinnbild für Gier und Macht wurden.

Die stürmischen Zeiten sind zwar vorbei. Doch die Finanzwelt ist heute eine andere als die, in der Blankfein Karriere gemacht hat. Der 64-Jährige kam als Rohstoffhändler zu Goldman und machte im Handelsgeschäft Karriere. Vor der Finanzkrise war das Geschäft hochlukrativ. Dank der schärferen Kapitalstandards und Regeln nach 2008 lässt sich damit jedoch längst nicht mehr so viel Geld verdienen.

Investmentbanker, sprich klassische Kundenberater für Übernahmen und bei der Kapitalaufnahme, haben jetzt wieder das Sagen. Daher war es die richtige Entscheidung, dass nun mit Solomon ein Manager übernommen hat, der früher Goldmans Investmentbanking leitete.

Wenn man Bilanz zieht über die Ära Blankfein, kann man ihm eines sicher vorwerfen: Er hat die Folgen der neuen gesetzlichen Regeln für das Geschäftsmodell der Bank erst spät erkannt. Den Wandel hin zum klassischen Banking hätte er schneller vorantreiben können.

Aber immerhin: Nun ist die Bank dabei, möglichst schnell aufzuholen. Mit der Privatkundentochter Marcus, einem stärkeren Fokus auf Außenbüros in Seattle, Atlanta und Dallas und mit mehr Investmentbanking will die Bank bis 2020 fünf Milliarden Dollar an zusätzlichen Erträgen generieren.

Doch man muss auch anerkennen, wie vorbildlich die Übergabe an Solomon abgelaufen ist, der am Montag offiziell die Geschäfte übernommen hat. Schon seit Monaten ist er dabei, die Bank umzugestalten und Verbündete zu befördern. Alle Personalentscheidungen, die bei Goldman traditionell durch interne Memos verkündet werden, haben sowohl Blankfein als auch Solomon unterschrieben.

Ein klares Signal, dass der Wandel mit dem Segen der alten Führung passiert. Auch wollte Blankfein sichergehen, dass große Veränderungen, wie etwa die Gründung von Marcus, noch von ihm in die Wege geleitet werden, statt es seinem Nachfolger zu überlassen, strategische Entscheidungen gleich zu Beginn seiner Amtszeit durchboxen zu müssen.

Das heißt nicht, dass die Goldmänner keine Veränderungen befürchten müssen. Solomon hat längst klargemacht, dass er sich nicht davor scheut. Langjährige Mitarbeiter sprechen gar von einer Gezeitenwende. Doch diese läuft sehr geordnet ab. Anderen Banken, auch in Frankfurt, sollte das ein Vorbild sein.

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