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Kommentar Der Curevac-Impfstoff ist nichts anderes als eine bittere Enttäuschung

Das Vakzin kann mit der Konkurrenz nicht mithalten. Das Unternehmen und seine Investoren sollten sich nicht gleich den nächsten Illusionen hingeben.
01.07.2021 - 18:56 Uhr 1 Kommentar
Die schwachen Endresultate bestätigen die Ergebnisse der Zwischenauswertung. Quelle: imago images/photothek
Curevac

Die schwachen Endresultate bestätigen die Ergebnisse der Zwischenauswertung.

(Foto: imago images/photothek)

In einer Welt mit Covid-Infektionsraten auf extrem hohem Niveau und ohne jegliche Impfstoffe wären die Studienergebnisse, die Curevac am Mittwochabend präsentierte, zweifellos ein willkommener Hoffnungsanker. Der Impfstoff des Tübinger Biotechunternehmens bietet zumindest bei jüngeren Menschen einen gewissen Schutz vor Infektionen und offenbar eine solide Risikoreduktion gegenüber schweren Covid-Erkrankungen. 

Aber diese Welt ohne Impfstoffe existiert eben schon seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr. Im Kampf gegen die Covid-Pandemie stehen inzwischen vielmehr mindestens vier Vakzine zur Verfügung, die klar bessere Daten geliefert haben und längst in größeren Mengen produziert und eingesetzt werden. In diesem Umfeld lassen sich die Studienresultate für den Impfstoff aus Tübingen kaum anders bewerten als eine bittere Enttäuschung.

Das gilt nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der hehren Erwartungen, die das Unternehmen und seine Eigner in Politik und Öffentlichkeit weckten. Man werde nicht den schnellsten, wohl aber den besten Impfstoff entwickeln, lautete die Ansage.

Das passte zur viel zitierten, aber nie bestätigten Spekulation, wonach angesichts der aussichtsreichen Technologie die US-Regierung unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump eine Übernahme der Firma angestrebt habe. 

Tatsächlich sprechen die nun präsentierten Daten dafür, dass die Curevac-Technologie bisher weder mit den konkurrierenden mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna noch mit den anderen, etablierteren Impfstoffvarianten mithalten kann.

Aus Sicht mancher Fachleute war es sogar eine Art programmierter Fehlschlag, nachdem sich bereits in den anfänglichen klinischen Studien vergleichsweise niedrige Antikörper-Konzentrationen bei den Testpersonen offenbarten. 

Man weiß nicht, ob der Curevac-Ansatz überhaupt sinnvoll ist

Die Endresultate bestätigen aus diesem Blickwinkel nun die insgesamt schwächere Immunisierungswirkung des Curevac-Vakzins im Vergleich zur Konkurrenz. Auch wenn trotzdem noch Chancen auf eine Zulassung bestehen, bleibt die Frage, welche Rolle dieser Impfstoff noch spielen kann.

Für Curevac mag es in dieser Situation naheliegen, bereits den nächsten Hoffnungsträger ins Schaufenster zu stellen – in Gestalt eines verbesserten Impfstoffs „der nächsten Generation“. Aber angesichts der bisherigen Serie enttäuschter Hoffnungen kann man das Unternehmen und seine Investoren eigentlich nur davor warnen, sich gleich den nächsten Illusionen hinzugeben.

Der Beleg, dass die Curevac-Impftechnik im Menschen wirklich gut funktioniert, steht nach wie vor aus.

Mehr: Curevac-Aktie stürzt ab – Wie Analysten die Entwicklung einschätzen

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1 Kommentar zu "Kommentar: Der Curevac-Impfstoff ist nichts anderes als eine bittere Enttäuschung"

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  • Dem Kommentar kann ich nur zustimmen. Allerdings möchte ich zwei Aspekte hinzufügen:

    1) Curevac hat ja angeblich schon eine Menge ihres Impfstoff produziert (nehme an, dass das wenigstens stimmt) und will damit dennoch ein Einkommen generieren. Ich befürchte das wird ihnen auch mit Lobbyarbeit durch Hrn. Hopp gelingen, indem sie ihren minderwertigen Impfstoff an die Entwicklungsländer liefern, wobei die EU dafür die Kosten trägt.
    2) Die Bundesforschungsministerin war in den letzten beiden Woche zwei mal bei Curevac zu Besuch. Dabei hat sie versichert, dass die Fördergelder trotzt Misserfolg weiter fließen, obwohl diese ursprünglich an den Projekterfolg gekoppelt waren. Das hat die abgestürzten Aktien dann wieder beflügelt, denn in ein Unternehmen, welches vom Staat ohne Wenn und Aber unterstützt wird, kann man ja sicher sein Geld investieren.

    Verschwörungstheorien hin oder her: Irgendwie habe ich da den starken Verdacht, dass es am Ende nur darum geht das Milliardeninvestment der Familie Hopp zu schützen.
    Ganz davon abgesehen, wird Curevac ohnehin scheitern, und die Reiter steigen vom toten Pferd ab: Vermutlich klingeln dort bei den Know How Trägern schon dauernd die Telefone durch die vielen Head Hunter Anrufe.
    Und deren Luftnummern-Meister werden wir wohl bald in der Politik oder in Behörden wiedersehen ;-)

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