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Kommentar Der Dämpfer an den Märkten ist ein gutes Zeichen

Die Euphorie an den Börsen ist zu Recht vorerst gebremst worden. Etwas mehr Nüchternheit bei der Beurteilung der Kurse ist dringend notwendig.
26.01.2021 - 16:28 Uhr Kommentieren
In den letzten Tagen hat die gute Stimmung am Aktienmarkt einen Dämpfer erhalten. Quelle: dpa
Frankfurter Börse

In den letzten Tagen hat die gute Stimmung am Aktienmarkt einen Dämpfer erhalten.

(Foto: dpa)

Eigentlich hätte alles so schön sein können. Selten sind die Investoren so zuversichtlich wie diesmal ins laufende Jahr gegangen. Der Aktienmarkt preiste schon eine breite Konjunkturerholung und steigende Gewinne der Unternehmen für 2021 ein. Ermutigende Nachrichten im Hinblick auf Covid-19-Impfstoffe führten zudem zu einer Rotation an den Börsen: Rein in die lange verschmähten Zykliker, raus aus den hoch bewerteten Tech-Aktien.

Doch nun ist plötzlich alles anders. Die drohenden neuen Reisebeschränkungen, das Auftauchen neuer, gefährlicher Mutanten des Coronavirus und eine daraus möglicherweise folgende Verlängerung des Lockdowns haben in den letzten Tagen einen Effekt auf die Party an der Börse gehabt, wie wenn Eltern bei der Teenager-Fete um 23 Uhr abends das Licht anknipsen: Plötzlich kehrt etwas Ernüchterung ein.

Corona-Verlierer wie die Lufthansa wurden in den letzten Tagen wieder abgestraft, bei bekannten Corona-Gewinnern wie Apple greifen die Anleger dagegen erneut zu. Sind die Börsen also zu weit nach vorn gelaufen? Vieles spricht jedenfalls dafür.

Tatsache ist, dass es viele gute Gründe dafür gibt, dass die Märkte auf mittlere Sicht gute Perspektiven haben. Der Machtwechsel in den USA zu Joe Biden sowie die Aussicht auf ein milliardenschweres Konjunkturprogramm gaben den Märkten Auftrieb. Auch die anhaltende Null- beziehungsweise Negativzinspolitik der Notenbanken führt viele Investoren auf der Suche nach Rendite nach wie vor in Richtung Aktienmärkte.

Die schlechte Nachricht ist allerdings: Vieles davon ist an der Börse längst eingepreist. Umso geringer ist deshalb die Fehlertoleranz der Investoren, wenn sich ihr positives Grundszenario nicht bewahrheitet. Denn selbst die großen institutionellen Investoren geben sich so risikolustig wie selten zuvor. Das macht den Markt aber anfällig für Rückschläge.

Club Talk mit Jürgen Röder

Es ist deshalb letztlich ein gutes Zeichen, wenn an den Märkten, die sich nach wie vor nahe von Rekordhochs bewegen, die Stimmung wieder etwas mauer ausfällt – und die Partystimmung abebbt. Kurskapriolen wie bei den Papieren des Videospielehändlers Gamestop, dessen Aktie vor allem durch den Handel von Daytradern und jungen Anlegern allein im Januar um 245 Prozent gestiegen ist, erinnern schon fatal an die letzte Phase des Neuen Marktes vor dem Zusammenbruch.

Etwas mehr Nüchternheit bei der Beurteilung des Verhältnisses zwischen den Kursen riskanter Wertpapiere und dem Wirtschaftsausblick ist angebracht. „Pessimismus ist dein Freund an der Börse“, wusste schon Starinvestor Warren Buffett. „Euphorie ist dein Feind.“ Es gibt keinen Grund, warum diese Weisheit nicht auch 2021 gelten sollte.

Mehr: Gamestop-Aktie 145 Prozent im Plus – Privatanleger drängen Shortseller aus dem Markt

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