Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Der Dax im Krisenmodus – Italien-Krise beunruhigt Anleger noch mehr als der Brexit

Politische Konflikte und Konjunktursorgen belasten auf breiter Front die Aktienkurse. Kann das Börsenjahr für Anleger noch versöhnlich enden?
Kommentieren
Die Unsicherheit der Marktteilnehmer nimmt zu. Quelle: Reuters
Handelssaal in Frankfurt

Die Unsicherheit der Marktteilnehmer nimmt zu.

(Foto: Reuters)

Der deutsche Leitindex Dax nähert sich der vielbeachteten 11.000-Punkte-Marke. Und wenn der Index eine solche Linie reißt, dürfte das allein die Kurse weiter drücken, weil viele Investoren Verkaufsschwellen für ihre Depots definiert haben.

Dann dauert es nicht mehr lange, bis deutsche Aktien in einen Bärenmarkt rutschen. Denn dann trennen den Dax noch rund 150 Punkte von einem Markt mit anhaltend sinkenden Kursen. In einen solchen Markt geraten Anleger, wenn die Kurse so stark einbrechen, dass sie ein Fünftel unter dem letzten Hoch liegen.

Grund für die seit Januar in erratischen Ausschlägen immer weiter sinkenden Kurse ist die schlechte Stimmung unter Investoren. Vor allem die diversen politischen Konfliktherde vermiesen Anlegern die Laune.

Nicht nur das Polit-Theater in Großbritannien um den Austritt aus der EU verunsichert die Anleger, zumal Regierungschefin Theresa May für ihre Vereinbarung in ihrem Kabinett, im Parlament und sogar in europäischen Ländern wie Spanien Widerstand erfährt. Parallel versuchen Oppositionspolitiker, sie über ein Misstrauensvotum zu stürzen.

Investoren beunruhigt jedoch ein Thema weit mehr als der Brexit: Italiens Regierung spielt weiterhin mit der Drohkulisse eines „Italexit“. Italiens Vize-Regierungschef Luigi Di Maio forderte jetzt erst wieder von der EU-Kommission mehr Flexibilität bei den Verhandlungen über die Verschuldungspläne seines Landes.

Doch die EU steckt in einem Dilemma: Sie kann den Populisten in Rom ausufernde Schulden nicht durchgehen lassen, das riefe sofort Nachahmer auf den Plan. Aber brüsk zurückweisen kann Brüssel die pokernden Politiker auch nicht, würden diese sofort der EU die Schuld an allem geben, was in Italien scheitert. Am Mittwoch wollen die Brüsseler erste Schritte für ein Defizitverfahren auf den Weg bringen.

Handelsstreit als weiterer Belastungsfaktor

Über allem schwebt außerdem der von den USA angezettelte Handelsstreit, der das Weltwachstum dämpfen dürfte. Internationale Großinvestoren fürchten in den kommenden zwölf Monaten eine Abschwächung bei Firmengewinnen und Wachstum, zumal die US-Zinsen nicht mehr niedrig sind.

Viele Strategen raten denn auch dazu, Depots mit konjunkturrobusten Aktien stabiler zu machen: Die Goldman-Sachs-Experten zählen dazu Versorger, andere wie Richard Turnhill von Blackrock international orientierte große „Namen“. Typische Sektoren sind hier Telekom und Konsum.

Klar scheint zu sein: Wenn nicht noch irgendwoher positive Nachrichten auf den Markt kommen, dürfte das Jahr für Aktien kaum noch zu retten sein.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Der Dax im Krisenmodus – Italien-Krise beunruhigt Anleger noch mehr als der Brexit

0 Kommentare zu "Kommentar : Der Dax im Krisenmodus – Italien-Krise beunruhigt Anleger noch mehr als der Brexit"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.