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Kommentar Der Deal mit Trump dürfte Mexiko teuer zu stehen kommen

Die Märkte feiern das Abkommen zwischen Mexiko und den USA, aber klar ist: Washington hat sich durchgesetzt. Für Mexiko könnte der Deal teuer werden.
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„Viel einfacher, viel besser“ – Das ist Trumps Freihandels-Deal mit Mexiko

Die Märkte haben die Frage am schnellsten beantwortet, ob der Deal zwischen Mexiko und den USA zum künftigen bilateralen Freihandel ein guter oder schlechter ist. Der Börsenindex IPC legte am Montagmittag entschieden um knapp 1,5 Prozent zu und durchbrach die 50.000-Punkte-Marke. Auch der Peso machte einen deutlichen Sprung.

Der Hauptgrund für die Freude der Märkte ist, dass es überhaupt ein Abkommen gibt. Das ist aber auch schon die beste Nachricht, die der Montag bereithält, denn die Details könnten sich für Mexiko und die nationalen und internationalen Unternehmen noch als sehr teuer erweisen.

Nach 13 Monaten der Unsicherheit, der komplexen Verhandlungen, Drohungen und Verwünschungen des 24 Jahre alten Nordamerikanischen Freihandelsabkommens durch US-Präsident Donald Trump ist ein Handelskrieg zwischen den beiden Nachbarn vom Tisch. Das allein schon rechtfertigt einen großen Stoßseufzer.

Denn für Mexiko ist das Abkommen lebenswichtig. 85 Prozent seiner Exporte gehen in die Nafta-Staaten Kanada und vor allem USA. Ohne Nafta müsste Mexiko seine komplette Wirtschafts- und Exportstrategie neu denken. Das Abkommen ist – Kanada mit eingerechnet – das größte Freihandelsabkommen der Welt, das einen Binnenmarkt von 460 Millionen Menschen erfasst und eine gemeinsame Leistung von umgerechnet rund 16,72 Billionen Euro erwirtschaftet.

Aber der Teufel steckt im Detail, denn auf den ersten Blick, und mehr kann man im Moment noch gar nicht sagen, haben sich die USA in vielen für sie wichtigen Punkten durchgesetzt. In dem Abkommen zwischen Mexiko und den USA ist eine „Sunset-Clause“ vereinbart.

Das heißt, dass das Abkommen in 16 Jahren ausläuft. Es kann dann aber auch um weitere 16 Jahre verlängert werden. Eine solche Befristung wollten die Mexikaner unter allen Umständen vermeiden. Immerhin haben sie die Frist von fünf Jahren vom Tisch bekommen. Zudem wird das Abkommen alle sechs Jahre überprüft und geschaut, ob und wo Probleme auftreten. Diese sollen dann beseitigt werden, ohne das Abkommen als Ganzes infrage zu stellen.

Aber für die Unternehmen ist es eine Gefahr, wenn das Abkommen möglicherweise ausläuft oder gekündigt wird. Noch größeres Kopfzerbrechen könnte die Erhöhung des regionalen Wertschöpfungsanteils um 12,5 Prozent auf 75 Prozent im Automobilsektor bereiten.

Dass das grundsätzlich machbar ist, haben Vertreter der Automobilbranche in Mexiko schon vor längerer Zeit klargemacht. Aber hier kommt es auf die Fristen an. Genaueres wird man erst wissen, wenn die Details des Abkommens bis Ende der Woche auf dem Tisch liegen.

Die größte Unbekannte ist die 16-Dollar-Regel in dem Abkommen. Künftig müssen rund 40 Prozent der Fahrzeuge von Arbeitern gefertigt werden, die mindestens 16 Dollar die Stunde verdienen. Das ist zunächst mal ein Problem für die Unternehmen in Mexiko, denn in der Automobilindustrie liegt der Lohn bei unter zehn Dollar die Stunde.

Einigung verlangt von allen Beteiligten Flexibilität

Die Frage wird hier sein: Werden in die Berechnungen nur die Bandarbeiter einbezogen oder auch die Angestellten in der Verwaltung? Geht es in der Berechnung also nur um die „Blue-Collar-Worker“, kommt auf die Unternehmen, auch die deutschen, ein großer Lohnkostensprung zu, der die Wettbewerbsfähigkeit Mexikos infrage stellen könnte.

Die Einigung vom Montag ist gut und ein positives Signal. Aber sie verlangt von allen Beteiligten Flexibilität und die Umstellung von Produktionsprozessen. Und sie könnte am Ende vor allem Mexiko doch teuer zu stehen kommen.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Der Deal mit Trump dürfte Mexiko teuer zu stehen kommen"

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  • Hat Mexiko denn eine Alternative? Ich sehe zur Zeit keine.