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Kommentar Der dilettantische Abgang von John Flint beschädigt den Ruf der HSBC

Die britische Großbank wirft ihren CEO raus und schweigt. So sollte ein Chefwechsel nicht ablaufen – die Öffentlichkeit hat ein Recht, die Gründe zu erfahren.
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Laut Insidern könnte der ehemalige CEO der Großbank Opfer eines Kulturkampfs geworden sein. Quelle: dpa
HSBC

Laut Insidern könnte der ehemalige CEO der Großbank Opfer eines Kulturkampfs geworden sein.

(Foto: dpa)

Muss ein CEO nach anderthalb Jahren den Chefsessel räumen, dann ist das für alle Beteiligten ein peinlicher Vorgang. Vielleicht gibt es geschäftliche Gründe für den radikalen Schritt, vielleicht ist der Steuermann intern angeeckt. In jedem Fall haben Aktionäre wie Öffentlichkeit das Recht, die Gründe der Demission zu erfahren. Sie unter den Teppich zu kehren, wie es der Verwaltungsrat der britischen Großbank HSBC aktuell versucht, ist die schlechteste Reaktion.

Offiziell hat sich Ex-Chef John Flint in seinen nicht einmal 18 Monaten an der Spitze gut geschlagen. Die HSBC hat im ersten Halbjahr 2019 einen Vorsteuergewinn von 12,4 Milliarden Dollar erzielt – eine Zahl, die die meisten europäischen Bankchefs erblassen lässt. Im Abschiedsmemo lobt Verwaltungsratschef Mark Tucker die Leistungen Flints ausdrücklich. Angesichts des „zunehmend herausfordernden globalen Umfelds“ sei es nun aber Zeit für den Wechsel, so der lauwarme Kommentar. Die HSBC, die 80 Prozent ihrer Erträge in Asien erzielt und zunehmend unter dem Handelsstreit USA-China leidet, steht damit über Nacht ohne Chef da.

Am wahrscheinlichsten ist die Erklärung von Insidern: Flint ist demnach Opfer eines Kulturkampfs geworden. Über Jahrzehnte rekrutierte sich das HSBC-Führungspersonal intern. Der machtbewusste Chefaufseher Tucker, erst vor knapp zwei Jahren aus der Versicherungswirtschaft zur HSBC gewechselt, ist der erste Außenseiter an der Spitze. Flint, seit Jahrzehnten bei der Bank und noch vom vorherigen CEO protegiert, war bei ihm in Ungnade gefallen und musste weg.

Die Art und Weise, wie der Wechsel nun ablief, ist jedoch mehr als schlechter Stil – sie ist eine Dummheit. Die HSBC ist keine Provinzbank, sondern das größte Geldhaus Europas. Es hätte einen Chefaufseher verdient, der sich professionell verhält, statt den Ruf mit einem dilettantischen Chefwechsel zu beschädigen. Allein: Mit erratischen Aufsichtsratschefs haben ja auch die deutschen Banken Erfahrung.

Mehr: Mehrere Großbanken arbeiten an einem Kassensystem auf Blockchain-Basis.

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