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Kommentar Der doppelte Zinseffekt stützt die Tech-Werte

Wenn die Renditen verschwunden oder sogar negativ sind, fallen künftige Gewinne besonders ins Gewicht. Fragt sich nur, wie lange das anhält.
12.07.2020 - 17:10 Uhr Kommentieren
Viel Zukunftshoffnung im Kurs enthalten. Quelle: Reuters
Tesla-Logo

Viel Zukunftshoffnung im Kurs enthalten.

(Foto: Reuters)

Hat fundamentale Aktienanalyse überhaupt noch einen Sinn? Wenn sie dazu dient, unterbewertete Unternehmen herauszufiltern, scheint sie jedenfalls nicht mehr viel wert zu sein. Zu lange schon führt dieser „Value-Ansatz“ eher zu entgangenen Gewinnen als zu positivem „Alpha“, also einem Extraprofit gegenüber dem breiten Markt. Selbst wenn die Kurse moderat bewerteter Firmen in Krisen weniger einbrechen sollten als zum Beispiel hoch bewertete Tech-Werte, dann hilft das meist nicht, die langfristig schwache Entwicklung aufzufangen.

In der Coronakrise hat noch ein Sondereffekt die Tech-Titel angetrieben: Wenn die reale Welt gefährlich wird, blüht die virtuelle Welt auf. Es gab aber auch schon vor Corona einen Grund für den Vorzug der Wachstumswerte, der mit der Seuche noch verstärkt wird: der doppelte Zinseffekt.

Wer Cash hält, macht sicheren Verlust

Einmal, das ist offensichtlich, profitieren fast alle Aktien von niedrigen Zinsen, weil sie dadurch im Vergleich zu Anleihen attraktiver werden. Hinzu kommt aber ein zweiter Effekt. Manche Wachstumswerte, ganz krass etwa Tesla, leben viel mehr von der Hoffnung auf künftige Gewinne als von einer bereits laufenden Rendite. Künftige Gewinne werden auf den gegenwärtigen Wert abgezinst, fallen also bei höheren Zinsen weniger ins Gewicht als die heutigen.

Wenn der Zins aber verschwunden ist, führt diese Rechnung dazu, dass künftige Gewinne genauso wie die gegenwärtigen bewertet werden. Oder sie spielen, wenn man von einem negativen Zins ausgeht, sogar eine überproportionale Rolle. Nach dem Motto: Wer Cash behält, macht damit sicheren Verlust, also lieber das Geld in Zukunftshoffnungen stecken.

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    Die Frage ist natürlich, wie lange diese Situation anhält. Populär ist das Argument, höhere Zinsen könnten die Notenbanken gar nicht zulassen, weil sie überschuldete Staaten vor der Pleite schützen müssen. Aber ein bisschen können die Zinsen schon wieder anziehen, und möglicherweise hätte das einen spürbaren Effekt auf Wachstumswerte.

    Denn der Zins ist letztlich ein Marktpreis, der sich aus Angebot und Nachfrage ergibt. Seit mindestens einem Jahrzehnt überwog die Nachfrage nach Zinspapieren. Aber mit der großen Schuldenschwemme, die gerade zur Dämpfung der Corona-Folgen in Gang gesetzt wird, steigt das Angebot erheblich. Daher ist nicht auszuschließen, dass in absehbarer Zeit auch die Zinsen wieder etwas anziehen. Dann werden Anleger vielleicht wieder mehr auf solide gegenwärtige Finanzen der Unternehmen achten.

    Mehr: Wie die Schulden die Kurse treiben.

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