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Kommentar Der Druck auf die Pensionskassen steigt

Der Eiopa-Stresstest offenbart die Anfälligkeit der Kassen. Diese schieben viele Probleme vor sich her. Am Ende könnte der Staat gefragt sein.
18.12.2019 - 18:25 Uhr Kommentieren
Die Altersvorsorge wird in der Zeit von Nullzinsen schwieriger. Quelle: dpa
Eine Rentnerin mit Geldscheinen.

Die Altersvorsorge wird in der Zeit von Nullzinsen schwieriger.

(Foto: dpa)

München Sicherlich lässt sich über die Aussagekraft des jüngsten Stresstests für Europas Pensionskassen trefflich streiten. Die europäischen Versicherungsaufseher der Eiopa haben ihn am Dienstagabend veröffentlicht und dabei in einem Szenario die Auswirkungen unerwarteter Börsenschocks simuliert.

Das Ergebnis: Die ohnehin darbenden Pensionskassen hätten dann kurzfristig noch größere Probleme. Nach einem Jahr aber hätten sie sich weitgehend davon erholt.

Nun sind die einzelnen Pensionskassen in der Regel klein, auf eine bestimmte Berufsgruppe spezialisiert und überschreiten dabei nicht die Landesgrenzen. Zudem stehen sie in den nordischen Ländern finanziell sehr viel besser da als in Italien und Portugal.

In Deutschland verfestigt sich indes ein Bild, das nach einer großen Lösung ruft. Immerhin geht es um mehr als drei Millionen Kunden. Von den rund 130 Pensionskassen im Land stehen 31 unter intensivierter Aufsicht der Bafin.

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    So viele waren es vor einem Jahr schon. Es ist also nichts besser geworden.

    Dabei ist die Unterfinanzierung vieler Pensionskassen in Deutschland seit Langem bekannt. Die Niedrigzinspolitik der Notenbanken trägt ihren Teil dazu bei.

    Vor allem aber sind die strukturellen Probleme der Branche nie richtig angegangen worden. Nach wie vor beherrschen Kleinteiligkeit und eine teils zerstrittene Trägerschaft das Bild.

    Die Konsequenz ist in der Praxis, dass häufig selbst Abwicklungsgesellschaften, die Altbestände von Lebensversicherern übernehmen, von Pensionskassen die Finger lassen. Zumindest bei den rund 20 Kassen im Land, die in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft geführt werden, wäre ein solcher Schritt möglich.

    Bei den mehr als hundert Kassen jedoch, die als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit firmieren, ist das kaum möglich. Sie gehören quasi all ihren Mitgliedern.

    Somit könnten sie bestenfalls untereinander fusionieren. Eine heute noch solide Pensionskasse dürfte jedoch kaum eine notleidende Kasse übernehmen. Zu groß wäre die Gefahr, selbst in finanzielle Schieflage zu geraten.

    Am Ende ist wohl der Staat gefordert, hier für Sicherheit und Verlässlichkeit zu sorgen. Bisher gibt es den Pensions-Sicherungs-Verein im Fall der Insolvenz des Arbeitgebers.

    Eine ähnliche Einrichtung wäre auch im Fall notleidender Pensionskassen sinnvoll. Dass hier ansonsten in den kommenden Jahren erhebliche Gefahren drohen, ist offensichtlich.

    Geht es doch um die Altersvorsorge von Millionen Versicherten, von denen die ersten bereits jetzt durch die Schieflage ihrer Pensionskasse einige Hundert Euro weniger im Monat bekommen.

    Mehr: Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa schlägt ein Meldesystem für Cyber-Attacken vor. Die Branche rechnet zugleich mit florierenden Geschäften.

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