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Kommentar Der Druck auf Fluggesellschaften muss steigen

Dass Airlines Kunden bei Entschädigungen oft hängen lassen, darf die Politik nicht länger hinnehmen. Der Verbraucherschutz muss gestärkt werden.
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In diesem Sommer herrschten teilweise chaotische Zustände an deutschen Flughäfen, auf Grund von Verspätungen und Ausfällen. Quelle: dpa
Flüge verspätet

In diesem Sommer herrschten teilweise chaotische Zustände an deutschen Flughäfen, auf Grund von Verspätungen und Ausfällen.

(Foto: dpa)

Die Zahlen sind wahrlich kein Ruhmesblatt für die Fluggesellschaften. Beim Luftfahrt-Bundesamt gingen in diesem Jahr schon jetzt mehr Beschwerden von Reisenden ein als im gesamten vergangenen Jahr.

Sicher, angesichts des Sommerchaos im Flugverkehr überrascht es nicht, dass die Zahl der verspäteten oder gestrichenen Flüge deutlich zugenommen hat. Ärgerlich ist aber, dass viele Airlines mauern, wenn es darum geht, Betroffene angemessen zu entschädigen.

Dass hier einiges im Argen liegt, zeigen die vielen Bußgeldverfahren, die Deutschlands oberste Aufsichtsbehörde über den Luftverkehr gegen Airlines in diesem Jahr bereits eingeleitet hat – ebenfalls deutlich mehr als im Vorjahr.

Nun könnte man zufrieden feststellen: Es ist gut, dass verbraucherunfreundliches Verhalten nicht toleriert wird. Doch ein echter Lichtblick sind die behördlichen Ermittlungen für die Verbraucher nicht. Denn solche Verfahren ziehen nicht automatisch Geldstrafen nach sich. Und selbst wenn Bußgelder verhängt werden, ist den betroffenen Passagieren noch lange nicht geholfen.

Bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche hilft die Behörde nicht. Das müssen die Betroffenen dann auf anderen Wegen versuchen – indem sie vor Gericht klagen, eine Schlichtungsstelle einschalten oder einen privaten Rechtsdienstleister damit beauftragen, ihre Ansprüche gegen ein Erfolgshonorar einzutreiben.

Aus Verbrauchersicht kann das alles aber nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Zumal die Airlines darauf spekulieren dürften, dass verärgerte Reisende den Aufwand scheuen werden, ihre Rechte geltend zu machen, und eher auf eine Entschädigung verzichten.

Deshalb ist die Politik gefordert, den Druck auf die Luftfahrtunternehmen zu erhöhen. Warum sollte man bei Flugverspätungen zum Beispiel nicht einfach automatisierte Entschädigungszahlungen verbindlich einführen? Dann könnten sich Airlines nicht mehr aus der Verantwortung stehlen. Für den Verbraucherschutz wäre das ein Fortschritt.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Der Druck auf Fluggesellschaften muss steigen"

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  • Die Politik nimmt mit ihrer massiven Regulierung ähnlich wie bei Banken und in der Automobilindustrie den Luftfahrtgesellschaften die Luft zum Atmen.
    Meine Erfahrungen mit den Gesellschaften sind durchwegs gut. Bei Billigfliegern sieht es anders aus - reichen da nicht die aktuellen Gesetze? Müssen diese einfach nur durchgesetzt werden?