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Kommentar Der Europäische Gerichtshof gibt Nutzern ein Stück Hoheit zurück

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Praxis der Cookies in der Werbewirtschaft geht in die richtige Richtung – zu mehr Datentransparenz.
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Nach wie vor fehlt ein europaweit einheitlicher Umgang mit Cookies. Quelle: dpa
Europäischer Gerichtshof

Nach wie vor fehlt ein europaweit einheitlicher Umgang mit Cookies.

(Foto: dpa)

Vielen Internetnutzern war die Existenz von Cookies lange verborgen geblieben. Sie wussten nicht, dass Webseitenbetreiber kleine Programme auf ihren Rechnern hinterlegten, die ihr Surfverhalten im Netz aufzeichneten und für Werbezwecke aufbereiteten.

Die Unternehmen brauchten diese Informationen, denn mit ihnen konnten sie die Webseiten individuell nach den Bedürfnissen der Nutzer gestalten, den Warenkorb sichern oder auch Reklame auf den Werbebannern anzeigen, die zu den Produkten passten, die der Nutzer zuvor im Netz gesucht hatte.

Man könnte sagen: Die Cookies sorgten für eine Win-win-Situation. Allerdings hatten sie einen entscheidenden Makel: Die Firmen wussten, was sie taten – die Nutzer meist nicht. Das hat sich in den vergangenen Jahren gründlich geändert.

Immer mehr Nutzer machen sich darüber Gedanken, wohin ihre Daten wandern. Sie fordern die Hoheit über ihre Daten zurück. Der Europäische Gerichtshof gibt den Nutzern nun ein Stück Hoheit und Klarheit zurück. Er entschied am Dienstag, das Unternehmen keine Cookies ohne Einwilligung der Nutzer installieren dürfen.

Webseitenbetreiber müssen die Nutzer deutlich ausführlicher über die Sammlung von Nutzerdaten und die Verwendung von Cookies informieren, als sie das heute tun. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung auf dem Weg zu mehr Datentransparenz und Datensouveränität.

Allerdings fehlt nach wie vor ein europaweit einheitlicher Umgang mit Cookies. Den sollte eigentlich die neue E-Privacy-Richtlinie regeln – doch die Reform lässt weiter auf sich warten. Datenschutzgrundverordnung oder auch das deutsche Telemediengesetz liefern dagegen nur unzureichende Hinweise.

Viele Nutzer sind es inzwischen leid, sich von den Cookies der Unternehmen tracken zu lassen. Sie sorgen vor und installieren beispielsweise den Browser Firefox von Mozilla, der keine Cookies mehr zulässt. Es ist ein stiller Protest. Den lauten Protest müssen Gerichte wie der EuGH ausrufen.

Mehr: Internetnutzer müssen beim Besuch von Webseiten einer Speicherung von Cookies ausdrücklich zustimmen. Die Werbewirtschaft trifft das Urteil des Europäischen Gerichtsurteils hart.

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