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Kommentar Der Fall Ceconomy zeigt: Aufspaltung ist kein Allheilmittel

Die Metro stellte bei der Abspaltung des Elektronikhändlers steigende Kurse in Aussicht. Doch Anleger, die damals zugegriffen haben, sind wohl getäuscht worden.
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Die Abspaltung von Metro würde wertsteigernd sein, da war sich der Vorstandsvorsitzende sicher. Quelle: dpa
Olaf Koch

Die Abspaltung von Metro würde wertsteigernd sein, da war sich der Vorstandsvorsitzende sicher.

(Foto: dpa)

Auf dem Papier schien alles so klar. „Das ist unser Independence Day“, freute sich der damalige Ceconomy-Chef Pieter Haas. „Wir sind ein Start-up“, pries er sein Unternehmen den Anlegern an, „aber eben eins mit 22 Milliarden Euro Umsatz und langjähriger Erfahrung in der Branche.“ Und mit den führenden Elektronikhandelsketten Media-Markt und Saturn im Portfolio.

Die Abspaltung von Metro würde wertsteigernd sein, da war sich auch Metro-Chef Olaf Koch sicher. Separat sollte jeder der beiden Teile eine klare Investment-Story haben, was sich wiederum in steigenden Aktienkursen spiegeln sollte. Und das Entscheidende: Es läge künftig eine höhere Aufmerksamkeit des Managements auf der Weiterentwicklung des Kerngeschäfts, wenn Ceconomy separat geführt werde.

Doch genau in diesem Punkt wurden die Anleger, die damals im Vertrauen auf die Versprechungen bei den Aktien zugegriffen haben, offenbar getäuscht. Denn wie sich heute zeigt, war das Management nicht in der Lage zu erkennen, dass die Organisation des Unternehmens nicht geeignet war, auf die Herausforderungen des Marktes zu reagieren.

Erst zwei Jahre nach der Spaltung fällt auf, dass an zahlreichen Stellen bei Media-Markt, Saturn und in der Holding doppelt gearbeitet wird und dass eine echte zentrale Steuerung der verschiedenen Marken fehlt. Das ist ein Armutszeugnis.

Am Beispiel Ceconomy zeigt sich wieder einmal, dass die Aufspaltung von Konglomeraten allein noch keinen Wert schafft. Siemens hat es regelmäßig geschafft, attraktiv scheinende Konzernteile abzuspalten, die sich dann als Flop entpuppten.

Als Bayer dagegen Lanxess an die Börse brachte, wurde das Spin-off zunächst als Resterampe verspottet. Doch eine kluge Führung machte daraus mit einem geschickten Portfoliomanagement einen respektablen MDax-Konzern.

Ceconomy hat die Chance des Neuanfangs bei der Abspaltung nicht genutzt. Es wurde wertvolle Zeit verloren und damit Boden gegenüber dem gerade in der Elektronikbranche starken Onlinehandel. Die Anleger haben das teuer bezahlt, hat sich der Börsenwert im ersten Jahr nach der Teilung doch um zwei Drittel verringert.

Auf der Hauptversammlung werden die Aktionäre kaum Antworten bekommen, wie das Unternehmen zum Erfolg zurückfinden will. Denn das neue Management, das diese Strategie ausarbeiten muss, tritt erst im März an.

Doch dann sollten die Anteilseigner ganz genau hinschauen und sich nicht wieder mit vollmundigen Versprechen abspeisen lassen. Denn viele Versuche hat das Unternehmen nicht mehr. Wenn Ceconomy nicht rasch eine Antwort auf die Onlinekonkurrenz findet, könnte der Elektronikhändler seine Zukunft sehr schnell verspielt haben.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Der Fall Ceconomy zeigt: Aufspaltung ist kein Allheilmittel"

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  • Auch die "legendäre" Aufspaltung von Praktiker vor ein paar Jahren wurde leider im Artikel nicht erwähnt. Da haben komischerweise nur ein paar wenige Aktionäre Gewinne erwirtschaftet. Könnte sich die Geschichte wiederholen?!