Kommentar: Der Fall Siemens Gamesa zeigt: Windkraft muss teurer werden
Noch ist die Windsparte von Siemens Energy ein Verlustgeschäft.
Foto: dpaEs ist paradox: Noch nie war die Nachfrage nach Windrädern so groß wie in diesen Tagen. Trotzdem melden Hersteller rote Zahlen – allen voran Siemens Gamesa. Der König der Windräder auf See bekommt sein Geschäft einfach nicht in den Griff.
Das liegt zum einen an den Marktumständen: Die Rohstoffpreise sind massiv gestiegen. Bei Windrädern geht es dabei vor allem um Stahl. Der Stahlpreis ist gerade auf einem Zehn-Jahres-Hoch und weiter unterwegs nach oben. Dazu kommen Lieferkettenprobleme und Verzögerungen bei Projekten aufgrund der Coronapandemie.
Für die Turbinenhersteller ist alles teurer geworden, aber die Preise für ihre Windräder können sie im Nachgang nur schwer anheben. Solche Verträge werden Jahre im Voraus geschlossen. Ein Umstand, mit dem alle Windkonzerne gerade zu kämpfen haben.
Das Problem: Windturbinen sind jahrelang immer günstiger geworden. Und das mussten sie auch, um die Nachfrage anzukurbeln. Früher war das kein Problem – schließlich wurden Erneuerbare in den meisten Teilen der Welt mit üppigen Subventionen gefördert.