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Kommentar Der Fall Trade Republic zeigt: Deutschland hat ein Kapitalproblem

Es gibt in unserem Land kein Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Ideen. Aber es fehlt Wachstumskapital, ein Thema, dass die Berliner Politik so gut es geht ignoriert.
21.05.2021 - 12:21 Uhr Kommentieren
Das Berliner Unternehmen hat eine Finanzierung von über 900 Millionen Dollar erhalten. Quelle: dpa
App von Trade Republic

Das Berliner Unternehmen hat eine Finanzierung von über 900 Millionen Dollar erhalten.

(Foto: dpa)

Das Berliner Unternehmen Trade Republic ist eine Perle unter den europäischen Fintechs. Der Neo-Broker hat jetzt eine Finanzierung über 900 Millionen Dollar bekommen – ein geradezu atemberaubendes Investment in ein noch junges Geschäftsmodell.

Der Deal ist gut für Trade Republic – und ein Armutszeugnis für den Standort Deutschland. Denn die Geldgeber sitzen in Palo Alto, Menlo Park und New York – und eben nicht in Frankfurt oder München.

Die deutsche Politik hat es über Jahrzehnte nicht hinbekommen, einen guten Rahmen für Venture-Capital zu zimmern. Der milliardenschwere Zukunftsfonds kommt zu spät und ist schon wieder viel zu klein, denn die Bewertungen für die Geschäftsmodelle schießen durch die Decke.

Deutschland hat kein Problem bei der Finanzierung von Ideen und ist auch in den ganz frühen Phasen der Start-up-Finanzierung noch dabei, doch dann geht den europäischen Fonds die Puste aus. Es fehlt Wachstumskapital, ein Thema, dass die Berliner Politik so gut es geht ignoriert.

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Standort erkennen

    Traditionell bauen die Ministerien auf die staatliche Förderbank KfW, die auch reichlich Erfahrung hat, aber chancenlos ist im Kräftemessen mit dem privaten Kapital von der Ost- und Westküste in den Staaten. Deshalb werden auch weiterhin die besten Innovationen und Talente von den angelsächsischen Fonds gekauft, die Rendite streichen dann die Rentner in Florida ein, denn hinter den Wagnisfinanciers in den USA stehen die mächtigen Pensionskassen.

    Das Thema gehört ganz oben auf die politische Agenda

    Die neue Regierung – egal welcher Couleur – sollte das Thema ganz oben auf die Agenda nehmen, denn Start-ups und ihr ganzes Umfeld sind auch als Wähler interessant. Die Gründer sind Multiplikatoren, die eine oder mehrere Generationen prägen können.

    Aber die Deutschen haben ein vollkommen gestörtes Verhältnis zum privaten Kapital, das kann man an den niedrigen Aktienquoten und eben auch an der schwachen Mobilisierung von Wachstumskapital ablesen.

    Hierzulande stehen immer die Risiken im Vordergrund, nicht die Chancen. Deshalb kommt auch das Thema der leeren Börsenmäntel nicht in die Gänge, mit denen Investoren junge Technologiefirmen kaufen.

    Keine spürbaren Impulse

    Es wird nicht lange dauern, bis sich die US-Börsenmäntel hier die Filetstücke der Gründerszene sichern. Noch lässt sich die Entwicklung aufhalten, aber dafür muss man ein öffentliches Bewusstsein schaffen.

    Leider gibt es da keine spürbaren Impulse. Die Apples und Facebooks von morgen werden deshalb wieder ohne nennenswerte Beteiligung von deutschen und europäischen Venture-Capital-Fonds gekauft.

    Mehr: Neobroker Trade Republic ist jetzt das wertvollste Start-up in Deutschland

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