Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Der Fall Vorwerk zeigt: Erfolg lässt sich nicht kopieren

Auf den Thermomix-Boom folgt bei dem Familienunternehmen der Temial-Flop. Vorwerk braucht nun ein stabiles Konzept für die Zukunft.
Kommentieren
Vorwerk zeigt: Erfolg lässt sich nicht kopieren – ein Kommentar
Teekocher Temial

Der holprige Start des Geräts ist ein Alarmruf für das Unternehmen.

Die schlaue Küchenmaschine Thermomix war für Vorwerk ein Glücksfall. Mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz rettete die Innovation das Geschäftsmodell des Staubsaugervertreter-Konzerns bis in die jüngste Zeit. Der Hype um das Produkt hatte Dimensionen wie beim iPhone.

Doch Vorwerk ist nicht Apple. Absehbar sind die meisten deutschen Hobbyköche, die über 1.000 Euro für solch einen Apparat ausgeben wollen, bedient.

In den meisten übrigen Ländern fehlt Vorwerk die Markenkraft, um einen ebenso großen Hype zu entfachen. Der holprige Start des Teekochers Temial ist ein Alarmruf: Der Erfolg lässt sich nicht einfach kopieren. Daher ist es gut, dass sich Vorwerk mit einer neuen Aufstellung für die Zukunft beschäftigt, auch wenn zunächst Arbeitsplätze wegfallen.

Gerade Familienunternehmen, die keine Gewinne offenlegen, neigen zu ungesunder Querfinanzierung. Bei Vorwerk senkt das hauseigene Leasinggeschäft für Mittelständler den Druck auf die andere Sparte, sich mit den Defiziten des in den Wirtschaftswunderjahren entstandenen Vertriebsmodells und der teuren Fertigung in Deutschland auseinanderzusetzen.

Da ist Vorwerk kein Einzelfall: Wolfgang Grupps Bekleidungshersteller Trigema sichert seine deutschen Textilarbeitsplätze auch durch das Zusatzgeschäft mit Tankstellen. Die Oetker-Gruppe kompensierte jahrelang Risiken aus der inzwischen verkauften Schifffahrt mit ihrem stabilen Lebensmittelgeschäft.

Nachhaltig ist das nicht. Vorwerk braucht eine Onlinestrategie für die Zeit nach dem Hype.

Die Chancen sind nicht schlecht, denn dank des Thermomix kennt die Firma die neue Generation der Kunden gut. Doch müssen nun die relativ teuer produzierten Produkte zu Premiumpreisen auf einem transparenten Markt verkauft werden – und das ohne die Überzeugungskraft derjenigen, die Thermomix-Partys veranstalten oder mit dem Kobold-Staubsauger in die Tür fallen. Die Hausfrau, die gern den Vertreter empfängt, gibt es kaum noch.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Der Fall Vorwerk zeigt: Erfolg lässt sich nicht kopieren

0 Kommentare zu "Kommentar: Der Fall Vorwerk zeigt: Erfolg lässt sich nicht kopieren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote