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Wirecard

Die Börsenaufsicht verhängte vor einer Woche ein Leerverkaufsverbot gegen die Aktien des Zahlungsdienstleisters.

(Foto: dpa)

Kommentar Der Fall Wirecard zeigt die Gefahr von Trittbrettfahrern

Ein Geflecht aus Hedgefonds, externen Analysten und Medien wirkt wie ein Brandbeschleuniger bei Aktienturbulenzen. Das zeigt sich aktuell an dem Zahlungsdienstleister.
2 Kommentare

Wer geglaubt hatte, die Vorwürfe um Kontomanipulation und Betrug rund um den Zahlungsdienstleister Wirecard hätten bereits ihren Höhepunkt überschritten, der wurde nun eines Besseren belehrt. Eine neue Attacke von Leerverkäufern war nach Informationen des Handelsblatts geplant.

Mit einem Millionenbetrag sollte negative Berichterstattung bei Medien erkauft werden. Auch deswegen verhängte die Börsenaufsicht Bafin vor einer Woche ein Leerverkaufsverbot gegen die Aktien von Wirecard.

So unglaublich der Fall möglicher Trittbrettfahrer in diesem Milliardenspiel klingt, so sehr zeigt er doch, wie die Verbindungen in diesem Geflecht immer wieder verlaufen. Ausgangspunkt ist dabei stets eine Einschätzung zu einem börsennotierten Unternehmen. Eine solche hat letztlich jeder, der sich mit dessen Aktie auch nur gedanklich beschäftigt. Ob solche Annahmen jedoch immer zutreffen, ist fraglich.

Mit einem Analystenbericht oder der Einschätzung eines vermeintlich unabhängigen Experten wird der Einfluss einer solchen Meinung jedoch deutlich größer – und schneller wirksam. So agieren unseriöse Profi-Spekulanten, die in kurzer Zeit durch heftige Kursausschläge sehr viel Geld verdienen wollen.

Richtig Fahrt nimmt ein Thema – gerade in einer so aufgeheizten Stimmung wie im Moment bei Wirecard – aber erst dann auf, wenn über einen kritischen Report auch in den Medien berichtet wird. Dann erfährt die breite Öffentlichkeit davon, deswegen bewegt sich in der Regel der Kurs.

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Beispiele dafür gab es in den vergangenen beiden Jahren quer über viele Branchen und von Australien über Südafrika bis nach Europa und Nordamerika. Gerne werden dafür auch die Möglichkeiten der modernen Kommunikation genutzt, beispielsweise gefälschte Twitter-Accounts oder E-Mails.

Nun wäre es aber zu einfach, generell über alle Hedgefonds und andere spekulative Investoren in diesem Kontext zu urteilen. In der Branche gibt es durchaus nicht wenige hochangesehene Shortseller. Deren gewöhnlich exzellentes Research gelangt jedoch nur sehr selten an die Öffentlichkeit.

Ihnen gegenüber stehen Spekulanten, die kritische Studien gerne extern beziehen. So lässt sich nach außen das Bild der Unabhängigkeit wahren. Die Studien werden quasi zum Erscheinen bestimmten Medien zur Verfügung gestellt, ein folgender Artikel wirkt wie ein Brandbeschleuniger für den Aktienkurs.

Zu den aktuellen Vorwürfen um Wirecard soll angeblich schon bald der Abschlussbericht einer externen Kanzlei vorliegen. Die Aufarbeitung der vielen Kursturbulenzen in den vergangenen Wochen wird indes deutlich länger dauern.

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2 Kommentare zu "Kommentar: Der Fall Wirecard zeigt die Gefahr von Trittbrettfahrern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Dieser Artikel ist als Kommentar gekennzeichnet. Wer hat das kommentiert? Wessen Meinung ist das?
    Das würde ich schon gerne wissen, um das einordnen zu können.

  • Ist diese Vorgehensweise mit Leerverkäufen eigentlich strafbar. Wenn nicht sollte dieses durch ein Gesetz geschlossen werden.